01.07.2013 | Top-Thema Gelangensbestätigung

Verschiedene Nachweisvarianten der innergemeinschaftlichen Lieferung

Kapitel
Welcher Nachweis für die innergemeinschaftliche Lieferung?
Bild: Haufe Online Redaktion

Unternehmen müssen nicht zwingend ab 1. Oktober mit der Gelangensbestätigung nachweisen, dass die Ware bei einer innergemeinschaftlichen Lieferung tatsächlich ins EU-Ausland gelangt ist. Welche Alternativen möglich sind, hängt davon ab, ob die Ware bei einer innergemeinschaftlichen Lieferung befördert oder versendet wird.

Bei der Eigenbeförderung (z.B. mit firmeneigenen Lkw) empfiehlt sich die Verwendung des Musters der Gelangensbestätigung der Finanzverwaltung (siehe z.B. bei IHK Rhein-Neckar). Holt der Abnehmer die Ware selbst ab, darf die Gelangensbestätigung natürlich erst am Ende der Abholfahrt ausgestellt werden.

Tipp: Um den Abnehmer zu motivieren, die Bestätigung über das Gelangen der Ware ins EU-Ausland zu erbringen, planen viele Unternehmer das Einräumen von Vergünstigungen beim nächsten Kauf (Gutschein, Naturalrabatt, etc.).

Nachweisführung zur innergemeinschaftlichen Lieferung bei Versendung durch Spedition

Als Alternative zur Gelangensbestätigung kommen bei der Versendung der Ware als innergemeinschaftliche Lieferung durch eine Spedition – egal ob vom Lieferanten oder vom Abnehmer beauftragt – folgende Nachweise in Betracht:

  • Frachtbrief: Es genügt als Nachweis für die Umsatzsteuerfreiheit der innergemeinschaftlichen Lieferung der handelsrechtliche Frachtbrief (§ 17a Abs. 3 Satz 1 Nr. 1a UStDV i.d.F. ab 1.10.2013).

  • Konnossement: Der Nachweis kann auch durch ein Konnossement oder durch Doppelstücke des Frachtbriefs oder den Konnossements erbracht werden.

  • Tipp: Der Frachtbrief oder das Konnossement müssen die Unterschriften des deutschen Unternehmers und die Empfangsbestätigung des Abnehmers enthalten. Die Unterschrift des Spediteurs ist nicht nötig.

  • Der Nachweis, dass die Ware ins EU-Ausland gelangt ist, kann auch durch eine Bescheinigung des Spediteurs erfolgen (§ 17a Abs. 3 Satz 1 Nr. 1b UStDV i.d.F. ab 1.10.2013)

  • Alternative Nachweisführung bei innergemeinschaftlichen Lieferung durch Kurierdienst

  • Bei Einschaltung eines Kurierdienstleisters kommen anstatt der Gelangensbestätigung als Nachweis folgende Unterlagen in Betracht (§ 17a Abs. 3 Satz 1 Nr. 1c UStDV i.d.F. ab 1.10.2013):

  • Vorlage der schriftlichen oder elektronischen Auftragserteilung des Kuriers und

  • Protokoll des Kurierdienstleisters, das den Transport bis zur Ablieferung beim Kunden im EU-Ausland lückenlos dokumentiert (sog. Tracking-and-Tracing-Protokoll).

  • Nachweisführung zur innergemeinschaftlichen Lieferung bei Versendung durch Postdienstleister

  • Bei Postsendungen an Kunden im EU-Ausland würde die Gelangensbestätigung nicht zum gewünschten Ziel führen. Bei der Versendung der Ware über einen Postdienstleister kommt folgende Nachweisführung in Betracht (§ 17a Abs. 3 Satz 1 Nr. 1d UStDV i.d.F. ab 1.10.2013):

  • Empfangsbescheinigung des Postdienstleisters über die Entgegennahme der an den Abnehmer adressierten Postsendung und

  • Nachweis über die Bezahlung der Lieferung.

Tipp: Es genügt bei Versendung als innergemeinschaftliche Lieferung durch einen Postdienstleister jedoch auch, wenn wie bei Versendung durch einen Kurier die Auftragserteilung und das Tracking-and-Tracing-Protokoll als Nachweis aufbewahrt werden.

Schlagworte zum Thema:  Gelangensbestätigung, Innergemeinschaftliche Lieferung

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