08.11.2012 | Gelangensbestätigung

Neuregelung entschärft und verschoben auf den 1. Juli 2013

Neues zur Gelangensbestätigung
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Entwurf zur Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung sieht eine Verschiebung auf den 1.7.2013 vor.

Die Finanzverwaltung hatte die sehr umstrittene Regelung zur Gelangensbestätigung zunächst bis zum 30.6.2012, danach dann für unbestimmte Zeit, „auf Eis gelegt“. Übergangsweise sind die bis zum 31.12.2011 geltenden Regelungen weiter anwendbar. Zwischendurch war eine Neuregelung zum 1.4.2013 geplant. Jetzt hat das Bundesfinanzministerium einen Entwurf zur Änderung der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung vorgelegt. Die Änderung soll ab dem 1.7.2013 wirksam werden.

Für die Gelangensbestätigung gilt (wenn man sie als eine von mehreren möglichen Nachweisformen wählt) folgendes:

  • Sie kann auch aus mehreren Belegen bestehen. Entscheidend ist, dass der Lieferer als Nachweispflichtiger über die Gelangensbestätigung verfügt.

  • Anzugeben ist nur der Monat des Erhalts des Liefergegenstands, nicht mehr der Tag.

  • Die Gelangensbestätigung darf nicht nur vom Abnehmer, sondern auch von einem zur Warenabnahme Beauftragten (nicht Spediteur!) oder selbständigen Lagerhaltern bzw. beim Reihengeschäft auch vom letzten Abnehmer unterzeichnet werden. Bei einer (möglichen) elektronischen Übermittlung ist keine Unterschrift erforderlich.

  • Die Gelangensbestätigung darf man auch für Umsätze eines kompletten Quartals ausstellen.

Neben der Gelangensbestätigung kann man folgende Alternativen wählen:

  • CMR-Frachtbrief, der sowohl vom Auftraggeber des Frachtführers als auch vom Warenempfänger unterzeichnet wird.

  • Verwendungsbeleg

  • Andere handelsübliche Belege (Muss-Inhalt: Name und Anschrift, des mit der Beförderung beauftragten Unternehmens sowie das Ausstellungsdatum, Name und Anschrift des liefernden Unternehmens sowie des Auftraggebers, handelsübliche Bezeichnung und Liefermenge, Empfänger und Bestimmungsort, Monat des Endes der Beförderung, Versicherung, dass die Angaben aufgrund von Geschäftsunterlagen gemacht wurden, Unterschrift des mit der Beförderung beauftragten Unternehmens).

  • Bei Beförderung durch Kurierdienstleister schriftliche oder elektronische Auftragserteilung sowie das Protokoll des mit der Beförderung Beauftragten.

  • Bei verbrauchssteuerpflichtigen Waren in den Fällen des IT-Verfahrens EMCS die EMCS-Eingangsmeldung der zuständigen Zollbehörde des anderen Mitgliedstaats.

  • Bei Beförderung eines Kfz durch den Abnehmer auch die Zulassung des Fahrzeugs auf den Erwerber.

Hinweis:

Damit verbleibt dem Unternehmer wesentlich mehr Gestaltungsfreiheit. Die Lösungen sind praxisgerechter als die bisherige Ausgestaltung der Gelangensbestätigung. Die endgültige Verabschiedung der Regelung (auch durch den Bundesrat) bleibt abzuwarten.

Schlagworte zum Thema:  Gelangensbestätigung, Innergemeinschaftliche Lieferung

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