22.11.2016 | Top-Thema Fremdwährungen: Geldanlage oder Spekulation?

Kurzfristige Spekulation mit Derivaten

Kapitel
Die Spekulation mit Derivaten ist eine weitere Investitionsmöglichkeit
Bild: Haufe Online Redaktion

Derivate gibt es in verschiedenen Formen – wir erklären Ihnen die jeweiligen Vor- und Nachteile.

Eine andere Möglichkeit mit Fremdwährungen Geld zu verdienen, ist die Spekulation mit den Devisen. Dies erfolgt aufgrund der Hebelung grundsätzlich mit dem Handel von Derivaten.

Hierbei handelt es sich im Regelfall um Options- und Termingeschäfte, die auf diverse Underlyings lauten können, in diesem Fall auf Devisen. Derivate sind Finanzinstrumente, deren Preis/Wert/Kurs von einem bestimmten Basiswert abgeleitet wird.

Call- und Put-Optionen

Eine Call-Option gibt ihrem Käufer das Recht ein bestimmtes Underlying  (beispielsweise Währung) zu dem Basispreis in einem bestimmten Zeitraum, bzw. zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen. Steigt nun der Kurs/Wert der Währung, so steigt der Preis der Call-Option. Eine Put-Option gibt ihrem Käufer das Recht ein bestimmtes Underlying  (beispielsweise Währung) zu dem Basispreis in einem bestimmten Zeitraum, bzw. zu einem bestimmten Zeitpunkt verkaufen. Fällt nun der Kurs/Wert der Währung, so steigt der Preis der Put-Option.

Optionsscheine

Die gängigste Form für Privatanleger ist der Kauf von Optionsscheinen an der Börse. Dabei bietet die EUWAX in Stuttgart eine sehr große Zahl börsengehandelter Optionsscheine  auf Fremdwährungen an. Dies können sowohl Kauf- als auch Verkaufoptionsscheine sein, sodass man sowohl auf steigende wie auf fallende Währungen spekulieren kann. Je kürzer dabei die Rest-Laufzeit der Optionsscheine ist, desto größer sind die Schwankungen dieser Wertpapiere. Es ist zu beachten, dass der Emittent der Wertpapiere bonitätsstark ist und höchstwahrscheinlich den Handel dauerhaft in engen Handelsspannen (Kauf- und Verkaufskurse) gewährleistet.

OptionsscheinemittentCitibankCitibankDZ Bank
WährungUS-$/EURUS-$/EURGBP/EUR
Laufzeit5.4.20175.4.201717.3.2017
Basispreis1,101,100,95
Call/PutKauf-OSVerkauf-OSKauf-OS
Preis2,86 (pro 100)2,39 (pro 100)1,52 (pro 100)
Implizite Volatilität9,8 %9,3 %13,5 %
WKNCX31NXCX31PLDG9LPB

Stand: 14.10.2016

Riskante Alternative: Contracts for difference

Eine Alternative sind sogenannte CFDs (Contracts for difference). Diese werden von spezialisierten Brokern (bekannt wurde unter anderem CMC-Markets durch erheblichen Werbeaufwand) angeboten. Dabei erhält/zahlt der Kunde ähnlich wie bei Terminkontrakten nur die jeweilige Kursdiffenz, er wendet also kein Kapital auf und erhält mit einem großen Hebel die Möglichkeit der Spekulation. Einzig eine Sicherheitsleistung (ähnlich dem sogenannten „Initial Margin“ bei börsengehandelten Terminkontrakten) ist beim Broker zu hinterlegen. Die Gefahr eines großen Verlusts ist dabei beträchtlich. Viele Spekulanten, die auf einen fallenden Schweizer Franken gesetzt hatten, sind nach Ende der Euro-Stützung durch die Schweizer Notenbank Anfang Januar 2015 in die Insolvenz gerutscht, da sie durch die Nachschusspflicht ruiniert wurden.

Auch eine Option: Optionsbörsen

Professioneller aufgestellte Handelsteilnehmer bevorzugen den Kauf und Verkauf von Optionen, die an den verschiedenen Optionsbörsen gehandelt werden. Dabei sind Optionen rein formal keine Wertpapiere und die Banken oder Broker benötigen die Termingeschäftsfähigkeit des Anlegers. Vorteil ist die größere Liquidität der Optionen, da verschiedenste Market-Maker dauerhaft handelbare Kurse mit engen Preisspannen zur Verfügung stellen.

Eine weitere Möglichkeit für professionelle Marktteilnehmer ist der Einsatz von Terminkontrakten. Diese gibt es auf fast alle gängigen Währungen. Dabei handelt es sich um reine Differenzgeschäfte. Das bedeutet, dass die Marktteilnehmer sich gegenseitig nur die Kursdifferenz ausgleichen. Da also kein direkter Kapitaleinsatz nötig ist, ist dies die riskanteste Form der Spekulation.

Exkurs: Währungsabsicherung für den Mittelstand

Selbstverständlich können Optionen oder Terminkontrakte auch der reinen Absicherung dienen. Importeure oder Exporteure von Gütern und Waren können sich mit diesen Instrumenten gegen Währungsverschiebungen absichern.

Beispiel: Eine Kanadische Firma bestellt Maschinen im Wert von 1,5 Millionen Euro (aktuell 2,16 Mio. kanadische Dollar, CAD) von einem deutschen Mittelständler. Die Maschinen werden innerhalb der kommenden 12 Monate gefertigt und danach verschifft. Erst nach Erhalt der Maschinen sind diese zu bezahlen. Die Währung, in die kontrahiert wurde, ist der kanadische Dollar. Annahme: der kanadische Dollar fällt von aktuell 1,44 CAD/EUR zum Zahlungszeitpunkt um 10% auf 1,588 CAD/EUR. In dem Fall hätte der Exporteur einen Verlust von 140.000 Euro erlitten, falls er keine Währungsabsicherung vorgenommen hätte. Sofern er die 2,16 CAD auf Termin verkauft hätte, hätte er keinen Verlust erlitten.

Schlagworte zum Thema:  Derivat, Fremdwährung, Investment, Geldanlage

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