22.11.2016 | Top-Thema Fremdwährungen: Geldanlage oder Spekulation?

Fremdwährungsanleihen - die Oase in der Zinswüste?

Kapitel
Anlagen in Fremdwährungsanleihen sollten wohlüberlegt sein.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

In Zeiten von Minuszinsen fühlt sich der Privatanleger bei seiner Geldanlage heute wie ein Reisender in der Wüste, dem langsam aber sicher das Wasser ausgeht. Wo gibt es noch Renditeoasen zum Auftanken, die man halbwegs sicher erreichen kann ohne von Räubern überfallen oder in Sandstürmen verloren zu werden? Das Investieren in Fremdwährungen scheint eine Alternative zu sein. Renditechancen von bis zu x Prozent locken. Doch handelt es sich wirklich um eine Oase mit frischem Wasser oder eine Fata Morgana?

Währungen sind der größte und liquideste Markt. Aktuell werden Devisen im Wert von 111 Milliarden US-$ pro Tag gehandelt, davon rund 20% Kasse und 80% in Derivaten. Doch zugleich geben hier die Schwergewichte den Takt vor. Wer sich auf dieses Parkett wagt, ist wie ein Sandfloh, der mit Kamelen tanzt. Wissen, Erfahrung und Vorsicht sind also geboten.

Das einfache Tauschen des Geldes in eine andere Währung ist in den meisten Fällen nicht die optimale Lösung. Schließlich gibt es dann keine Zinsen und trotzdem die Inflationsrate des jeweiligen Landes und das Kursänderungsrisiko. Es gibt viele Anlagestrategien, mit denen man Fremdwährungsinvestments effizienter tätigen kann. Dazu zählen Fonds, Anleihen, Derivate oder, als neue Entwicklung, virtuelle Währungen.

Hartwährungen sind sicherer

Grundsätzlich kann man in jede existierende und handelbare Währung investieren. Um jedoch sicher zu sein, dass der Wert der Währung relativ stabil bleibt, sollte man als Anleger eher in sogenannte Hartwährungen gehen. Hartwährungen sind Devisen, die sich in der Vergangenheit als verhältnismäßig stabil erwiesen haben und überschaubaren Kursschwankungen unterliegen. Diese sind in den meisten Fällen von Staaten, die niedrige Inflationsraten und damit eine relative Geldwertstabilität haben. Beispiele für Hartwährungen sind der US-Dollar, der japanische Yen, das britische Pfund, der Schweizer Franken, die norwegische Krone etc.

Weichwährungen auf der anderen Seite sind Devisen, die in der Vergangenheit eher auf Dauer deutlich schwächer gegenüber dem Euro notierten und gleichzeitig starke Schwankungen haben. Dies ist in der Regel bedingt durch höhere Inflationsraten und damit Geldwertverlust. Zu den Weichwährungen zählen beispielsweise der brasilianische Real, die indische Rupie, die türkische Lira, der chinesische YUAN, der südafrikanische Rand etc.

Kurz erklärt: Was sind Anleihen?

Eine Anleihe ist ein verbriefter Kredit. Es ist ein Forderungspapier, das dem Gläubiger das Recht gibt, einen bestimmten Betrag am Ende der vereinbarten Laufzeit zurückzufordern. Im Regelfall hat der Schuldner Zinsen an den Gläubiger zu zahlen. Anleihen haben ein Ausfallrisiko. Im Falle einer Insolvenz des Schuldners ist eine Rückzahlung der Gelder nicht mehr gewährleistet. Während der Laufzeit der Anleihen besteht neben dem Ausfallrisiko noch ein Kursrisiko. Im Falle eines Zinsanstiegs an den Kapitalmärkten fallen die Kurse der meisten Anleihen (Wikipedia: Verzinsliches Wertpapier, aufgerufen am 7.10.2016). Fremdwährungsanleihen sind von Unternehmen oder Staaten ausgegeben Papiere, die in den jeweiligen Landeswährungen notieren. Neben dem Ausfall- und Kursrisiko gibt es hier die Währungsentwicklung als dritte Komponente, die die Wertentwicklung bestimmt.

Schlagworte zum Thema:  Fremdwährung, Geldanlage

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