17.06.2014 | Top-Thema Innovationsfinanzierung

Das ERP-Innovationsprogramm

Kapitel
Mit gute Ideen haben innovative Unternehmen gute Chancen auf staatliche Fördermittel.
Bild: Stockbyte

Das ERP-Innovationsprogramm wird von der KfW Bankengruppe im Auftrag des ERP-Sondervermögens abgewickelt und dient der langfristigen Finanzierung marktnaher Forschung und Entwicklung neuer Produkte, Produktionsverfahren oder Dienstleistungen (Programmteil I) sowie ihrer Markteinführung (Programmteil II).

Im Rahmen der Energiewende werden außerdem Vorhaben zur (Weiter-)Entwicklung von Technologien zur Einsparung von Energie, zur effizienteren Energieerzeugung, zur Energiespeicherung und zur effizienteren Energieübertragung besonders gefördert. Für kleine Unternehmen besteht ein Programmfenster mit einem zusätzlich vergünstigten Zinssatz.
Die Förderung wird als integriertes Finanzierungspaket gewährt, das aus einem klassischen Darlehen (Fremdkapitaltranche) und einem Nachrangdarlehen (Nachrangtranche) besteht. Der Anteil der Nachrangtranche ist vom Gruppenumsatz des finanzierten Unternehmens abhängig.#

Unterscheidung zwischen zwei Programmteilen

Antragsberechtigt sind im Programmteil I (Förderung in der Forschungs- und Entwicklungsphase) gewerbliche Unternehmen und Freiberufler, die seit mindestens zwei Jahren am Markt aktiv sind, über eine ausreichende Bonität verfügen und ein innovatives Vorhaben in Deutschland durchführen oder sich an einem solchen Vorhaben wesentlich beteiligen. Der Gruppenumsatz des Antragstellers darf in der Regel 125 Millionen Euro nicht überschreiten, bei besonders förderungswürdigen Vorhaben, d. h. bei für Deutschland neuen Vorhaben, liegt die Umsatzhöchstgrenze bei 500 Millionen Euro. Gefördert werden die Kosten, die bis zum Abschluss der für die kommerzielle Nutzung notwendigen Entwicklungsarbeiten anfallen. Finanziert werden bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Kredithöchstbetrag liegt bei fünf Millionen Euro pro Vorhaben.

Programmteil II

Im Programmteil II (Förderung in der Markteinführungsphase) sind gewerbliche Unternehmen und Freiberufler gemäß KMU-Definition der EU antragsberechtigt, die seit mindestens zwei Jahren am Markt aktiv sind und innovative Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen in Deutschland einführen oder sich an der Markteinführung wesentlich beteiligen. Gefördert werden Investitionen im Zusammenhang mit der Einführung neuer Produkte und Produktionsverfahren sowie Maßnahmen, die einmalige Informationserfordernisse zur Markteinführung sicherstellen. Die Markteinführungsphase endet spätestens drei Jahre nach Beginn der kommerziellen Nutzung. Finanziert werden bis zu 50 Prozent (alte Bundesländer) bzw. 80 Prozent (neue Bundesländer und Berlin) der förderfähigen Kosten, der Kredithöchstbetrag liegt bei einer Million Euro (alte Bundesländer) bzw. 2,5 Millionen Euro (neue Bundesländer und Berlin) pro Vorhaben. 

Vorhaben im Rahmen der Energiewende können bis zu 25 Millionen Euro pro Vorhaben und maximal 50 Millionen Euro pro Unternehmen und Kalenderjahr finanziert werden.  Im Programmfenster für kleine Unternehmen sind ausschließlich kleine Unternehmen gemäß KMU-Definition der EU antragsberechtigt. Anträge sind auf den vorgeschriebenen Formularen über die Hausbank zu richten an die KfW-Bank.

Schlagworte zum Thema:  Innovation, ERP, Fördermittel, Wagniskapital

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