28.10.2014 | Top-Thema Finanzanalyse: Niedriges Zinsniveau - Potenziale nutzen

Die Eigenkapitalquote

Kapitel
Die Eigenkapitalquote ist eine wichtige Kennzahl
Bild: BVR/Bernd Lammel

Die niedrigen Zinsen machen es  wirtschaftlich, sowohl eine Senkung als auch eine Erhöhung der Eigenkapitalquote auf die optimale Größe durchzuführen. Im 2. Teil unseres Top-Themas erläutern wir Ihnen die Hintergründe.

Die Eigenkapitalquote

Das Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdfinanzierung wird durch die Eigenkapitalquote dargestellt. Bei einer Quote von 50 Prozent ist die Hälfte des in der Bilanz ausgewiesenen Vermögens mit Eigenkapital finanziert, die andere Hälfte mit fremden Mitteln. Je höher die Eigenkapital-Quote ist, desto solventer erscheint das Unternehmen. Ist die Quote niedrig, ist die Aufnahme von Fremdkapital schwierig, eine hohe Quote erschwert das Erreichen einer vernünftigen Rendite für das eingesetzte Kapital.

Die niedrigen Zinsen machen es jetzt wirtschaftlich, sowohl eine Senkung als auch eine Erhöhung auf die optimale Größe durchzuführen.

  • Ist das Eigenkapital höher als notwendig, wird es von den Fremdkapitalgebern weniger geschätzt. Es kann teilweise durch preiswertes Fremdkapital mit langfristig gesichertem Zins ersetzt werden. Voraussetzung ist, dass die Eigentümer das an sie zurückfließende, ehemalige Eigenkapital gewinnbringend verwenden können.
  • Ist das Eigenkapital zu niedrig, können die Eigentümer jetzt neue finanzielle Mittel in das Unternehmen einbringen. Die Kreditsituation bietet die Möglichkeit, dass sich die Eigentümer privat preiswertes Geld von der Bank leihen und damit ihren Anteil aufstocken. Das macht allerdings nur Sinn, wenn die Eigenkapitalrendite höher ist als die Zinsen, die von den Eigentümern an die Bank gezahlt werden müssen.

Bei der Veränderung des Eigenkapitals müssen immer auch die Haftungsbedingungen beachtet werden. Wird zusätzliches Kapital in eine GmbH oder AG eingebracht, übernimmt es auch die Haftungsfunktion. Wird Eigenkapital reduziert, sinkt die Haftungsbasis. Das kann Auswirkungen auf das Rating durch die Fremdkapitalgeber haben und sich negativ auf die Zinshöhe auswirken.

Praxis-Tipp: Die optimale Eigenkapital-Quote

Wie hoch die optimale Eigenkapitalquote ist, muss immer individuell bewertet werden. Unternehmensgröße, Gesellschaftsform und Branche spielen eine wichtige Rolle. Die Eigenkapitalquote sollte aber nicht unter 50 Prozent sinken.

Schlagworte zum Thema:  Finanzen, Analyse, Eigenkapitalquote, Zinsen, Finanz- und Liquiditätsplanung

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