19.02.2015 | Top-Thema Studie „Neue Wege für Finance“

Ergebnisse der Studie

Kapitel
Bild: PwC ⁄

Gute Nachrichten für Mitarbeiter im Rechnungswesen: Laut einer aktuellen Studie von PwC Finance treibt der Bereich Finance die Unternehmensentwicklung voran und wird in den nächsten fünf Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Die veränderte Erwartungshaltung an den Bereich Finance birgt viel Potenzial und neue Chancen.

Für seine Studie „Neue Wege für Finance“ hat die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC bundesweit 109 Geschäftsführer, Vorstände und Leiter Finanzen/Controlling ab einer Unternehmensgröße von 100 Mitarbeitern zum Thema Finance befragt. 48 Prozent der befragten Unternehmen sind in der Industrie bzw. im Produzierenden Gewerbe tätig, 39 Prozent gehören der Dienstleistungsbranche und 14 Prozent dem Handel an.

Die wesentlichen Ergebnisse der Studie sind:

1. Finance treibt Entwicklung voran

82 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass der Bereich Finance die Entwicklung des Unternehmens schon heute vorantreibt und als aktiver Businesspartner wertvolle Informationen zur Unterstützung der Entscheidungsprozesse liefert.

2. Einfluss von Finance steigt

Rund die Hälfte der befragten Entscheider geht davon aus, dass die Bedeutung von Finance – angefangen von Finanzierungsstrategien über Rechnungswesen und Controlling bis zum Risikomanagement – in den nächsten fünf Jahren noch weiter zunehmen wird. Fast genauso viele Entscheider gehen zumindest davon aus, dass die Bedeutung des Finance-Bereichs auch in Zukunft unverändert wichtig bleibt.

3. Aufgabenspektrum wächst

Mehrheitlich glauben die befragten Entscheider, dass künftig das Aufgabenspektrum von Finance wächst. Jeder zweite Entscheider erwartet ein bereichsübergreifendes Prozess- und Qualitätsmanagement zur Generierung von Informationen. 45 Prozent halten es zudem für wahrscheinlich, dass schon bald auch nicht-finanzbezogene Informationen bei Finance zusammenlaufen.

4. Qualitätsanforderungen steigen

Knapp zwei Drittel der Befragten gehen wegen der neuen Aufgabenfelder davon aus, dass die Qualitätsanforderungen an (künftige) Unternehmensinformationen steigen. 20 Prozent davon erwarten sogar eine starke Zunahme der Qualitätsanforderungen. Zugleich denken rund die Häfte der Befragten, dass der Bereich Finance zunehmend mit anderen Bereichen wie Produktion, F&E, Vertrieb oder Einkauf verzahnt wird.

5. Mangelnde Datenqualität größte Hürde

Rund 40 Prozent der Befragten sagen aus, dass Qualitätsmängel schon heute den Finance-Bereich daran hindern, sein Potenzial voll auszuschöpfen. Das ist die größte Hürde des Finance-Bereichs, gefolgt vom Fachkräftemangel, einer zu starken Fokussierung des Bereichs Finance auf Datenerhebung statt Dateninterpretation und Steuerung, einer mangelnden Zusammenarbeit mit anderen Finance-Einheiten und Unternehmensfunktionen sowie einer fehlenden Akzeptanz bei der Unternehmensleitung und/oder dem operativen Management.

6. Unternehmensstrukturen zu festgefahren

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen sagen aus, dass zu festgefahrene Unternehmensstrukturen den Veränderungsprozess aufhalten bzw. ausbremsen. Weitere Hindernisse für Veränderungen sehen die befragten Entscheider in der mangelnden Unterstützung aus den Fachbereichen, im fehlenden Engagement und in der unzureichenden Unterstützung  der Unternehmensführung, in einer unklaren Zieldefinition bzw. Vision und in fehlenden personellen Ressourcen.

7. Management für Veränderungen maßgeblich

Rund die Hälfte der befragten Entscheider sehen in der Zielvorgabe des Managements die größte treibende Kraft für Veränderungen im Finance-Bereich. Weitere wesentliche Einflussfaktoren sind laut der befragten Entscheider Veränderungen im Geschäftsmodell (45 Prozent), neue Technologien (45 Prozent), eine Digitalisierung (44 Prozent) im Zuge von Big Data oder Mobile sowie ein neues Selbstverständnis des Finance-Bereichs (43 Prozent).

8. Fachübergreifende Zusammenarbeit mangelhaft

Der Finance-Bereich sollte laut der Befragten stärker mit den anderen Unternehmensbereichen zusammenarbeiten. An oberster Stelle stehen die Abteilungen Marketing und Vertrieb mit je 44 Prozent, gefolgt vom Einkauf (42 Prozent) und der Forschung & Entwicklung (41 Prozent).

9. Steigende Kosten für Neuordnung

Für die geplanten strukturellen Veränderungen planen die Verantwortlichen Budgets ein. 41 Prozent rechnen mit einem Bedarf von mehr als 300.000 Euro. Fünf Prozent kalkulieren sogar mit Ausgaben im siebenstelligen Bereich. Nur ein Prozent erwartet, dass sich die Anpassungen aus der Portokasse bezahlen lassen – mit einem Kostenrahmen von unter 50.000 Euro.

10. Wandel im Finance ist Chefsache

Die hohe Priorität des Themas „Finance & Wandel“ spiegelt sich auch bei der Verantwortlichkeit wider: 44 Prozent der Firmen treiben die Veränderungsprozesse direkt aus der Unternehmensleitung voran. Vier von zehn Betrieben haben die Bereichsleitung Finance damit betraut und 16 Prozent die Abteilungsleiter.

11. Neueinstellungen geplant

Die bisher genannten Ergebnisse haben Einfluss auf die Personalstruktur im Finance-Bereich. So planen 88 Prozent der befragten Unternehmen Neueinstellungen, wobei 64 Prozent neben dem klassischen Finanzwissen zusätzliche Qualifikationen, wie z. B. Prozess- und IT-Verständnis, voraussetzen.

12) Unternehmerisches Denken gefordert

Die Fähigkeit, unternehmerisch denken zu können, gilt unter den befragten Unternehmen als Schlüsselqualifikation. 78 Prozent halten dies für die wichtigste Mitarbeiter-Qualifikation, gefolgt von den Qualifikationen „IT-Verständnis“, „Datenauswertung und –analyse“, „Bereichsübergreifendes Denken“ und „Strategisches Verständnis“.

13. Frauen selten in Führungspositionen

Die Umfrage hat ergeben, dass der Anteil der Frauen in Finance-Führungspositionen nur bei 14 Prozent der Unternehmen bei über 30 Prozent liegt. Der Finance-Bereich gilt daher immer noch als Männerdomäne.

14. Gemischte Teams gefragt

Um die Veränderungen im Bereich Finance zu unterstützen, legt insbesondere die Bereichsleitung künftig mehr Wert auf gemischte Teams mit unterschiedlichen Qualifikationen (71 Prozent), gefolgt von Mentorenprogrammen für Mitarbeiter (49 Prozent). Der Vorstand bzw. die Geschäftsführung misst hingegen dem Einsatz neuer Software und Informations- und Analyseplattformen die größte Rolle bei (60 Prozent), um den neuen Aufgaben und Veränderungen gewachsen zu sein. Auch die Schulung von Mitarbeitern sowie die Personalentwicklung hat für die  Geschäftsleitung in diesem Zusammenhang eine große Bedeutung (56 Prozent). Darüber hinaus hält sie es für sehr wichtig, das neue Rollenverständnis in die Organisation zu tragen und zu zeigen (56 Prozent).

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