20.11.2012 | Top-Thema Elektronische Steuerübermittlung mit ELSTER und ELStAM

Pflichten des Arbeitgebers mit ELStAM

Jahresabschluss 2012 - Finance

Kapitel
Bild: Michael Bamberger

„ELStAM“, oft als „elektronische Lohnsteuerkarte“ bezeichnet, ersetzt seit 2010 die Papierlohnsteuerkarte. Die ELStAM-Daten werden in einem Datenpool gepflegt und von den Finanzämtern eingesehen. Ab dem Lohnsteuerverfahren 2013 sollen auch Arbeitgeber diese Daten für den Steuerabzug elektronisch abrufen können.

ELStAM steht für „Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale“ und wird häufig als elektronische Lohnsteuerkarte bezeichnet. Dabei handelt es um die persönlichen Besteuerungsmerkmale jeden Arbeitnehmers, wie z. B. Steuerklassen sowie Kinder- und sonstige Freibeträge. Diese ELStAM-Daten werden vom Arbeitgeber für die Lohnabrechnung benötigt und von den Finanzämtern bei der Durchführung der Einkommensteuerveranlagung abgerufen. Genau genommen ist ELStAM eine beim Bundeszentralamt für Steuern geführte Datenbank, die durch

  • die Finanzämter (Übermittlung der im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren beantragten Freibeträge) sowie
  • die Meldebehörden (Änderung von Personenstandsdaten, z. B. Geburt eines Kinds oder Heirat des Arbeitnehmers)

gespeist und fortlaufend aktualisiert wird.

Pflichten des Arbeitgebers im ELStAM-Verfahren
Neu ist, dass es Arbeitgebern spätestens ab dem Lohnsteuerverfahren 2013 möglich sein soll, im authentifizierten Verfahren die ELStAM-Daten für den Steuerabzug elektronisch abzurufen. Der zentrale Datenpool ist bereits einsatzbereit und funktionsfähig.

Pflicht 1: Wenn das System einsatzbereit ist, sind Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, die ELStAM-Daten monatlich abzufragen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Lohnsteuerabzugsbeträge zutreffend auf Basis der aktuellen ELStAM-Daten einbehalten und abgeführt werden.

Pflicht 2: Arbeitgeber sind auch im ELStAM-Verfahren verpflichtet, bis spätestens zum 28.2. des Folgejahres die Lohnsteuerbescheinigungen elektronisch unmittelbar an eine zentrale Übermittlungsstelle der Finanzverwaltung zu übersenden. Somit entfällt das Ausfüllen der Lohnsteuerkarte bzw. das Aufkleben der maschinell erstellten Lohnsteuerbescheinigung auf die Lohnsteuerkarte.

Praxis-Hinweis: Bereits seit dem Jahr 2006 besteht ohne Ausnahme die Verpflichtung, elektronische Lohnsteuerbescheinigungen abzugeben. Davon können sich Steuerzahler nur noch befreien lassen, wenn die Anforderung eine „unbillige Härte“ darstellt. Arbeitgeber ohne maschinelle Lohnabrechnung, die ausschließlich Haushaltshilfen im Rahmen eines Mini-Jobs im Privathaushalt beschäftigen, bleiben weiterhin befreit.

Pflicht 3: Der Arbeitgeber muss jedem Arbeitnehmer ein Ausdruck der Lohnsteuerbescheinigung (nach amtlichem Muster erstellt) aushändigen. Alternativ kommt auch die elektronische Bereitstellung der Bescheinigung in Betracht, z. B. per E-Mail oder im betriebseigenen Intranet.

Schlagworte zum Thema:  ELStAM, ELSTER, Finanzamt, Elektronische Steuererklärung

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