03.03.2014 | Serie ebay

Gebührenrechnung von eBay als Stolperstein

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Bild: ebay

Gewerbliche eBay-Mitglieder erhalten von eBay eine Rechnung über Gebühren ohne Umsatzsteuer, private Mitglieder dagegen eine Rechnung mit 15% Umsatzsteuer. Das hört sich erst einmal kurios an, hat aber seine Richtigkeit. Gewerbliche eBay-Mitglieder müssen nur wissen, wie sie damit umzugehen haben.

Die Gebührenrechnung von eBay an Unternehmer beinhaltet keine Umsatzsteuer, weil die Leistung von einer eBay-Firma mit Ansässigkeit in Luxemburg erbracht wird. Deshalb greift hier die Steuerschuldnerschaft (Reverse-Charge-Verfahren) nach § 13b Abs. 2 Nr. 1 UStG. Das gewerbliche eBay-Mitglied muss die Umsatzsteuer aus der Gebührenrechnung ausrechnen und ans Finanzamt abführen. Ist das eBay-Mitglied zum Vorsteuerabzug berechtigt, kann es in gleicher Höhe Vorsteuer gegenrechnen. Ziel dieses Nullsummenspiels ist die Sicherstellung der Umsatzbesteuerung von im Ausland ansässigen Unternehmern.

Stolperstein Nr.1 für Kleinunternehmer

Ein eBay-Mitglied, das sich beim Finanzamt als Kleinunternehmer nach § 19 UStG hat registrieren hat lassen, muss die 19% Umsatzsteuer im Rahmen der Steuerschuldnerschaft ebenfalls ans Finanzamt abführen, kann aber keine Vorsteuer gegenrechnen. Viele Kleinunternehmer führen die Umsatzsteuer für eBay nicht ab, weil sie davon überzeugt sind, nach § 19 UStG nicht verpflichtet zu sein. Ein Grund, warum das Finanzamt in der Praxis mit Vorliebe eBay-Kleinunternehmer ins Visier nimmt. 

Stolperstein Nr. 2 für Kleinunternehmer

Um keine 19% Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen zu müssen, lassen sich Kleinunternehmer häufig ein privates eBay-Mitgliedskonto einrichten. Denn hier werden nur 15% luxemburgische Umsatzsteuer für die Gebühren fällig. Doch die 4% lassen sich nicht sparen, weil die Steuerschuldnerschaft nach § 13b Abs. 2 Nr. 1 UStG trotzdem greift. Kleinunternehmer, die vom Finanzamt zur Zahlung der 19% Umsatzsteuer verdonnert werden, obwohl sie bereits 15% luxemburgische Umsatzsteuer bezahlt haben, sollten bei eBay berichtigte Gebührenrechnungen anfordern. Dadurch bekommen sie wenigstens die luxemburgische Umsatzsteuer wieder erstattet.

Schlagworte zum Thema:  Reverse-Charge-Verfahren, EBay, Steuerschuldnerschaft

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