11.03.2014 | Top-Thema Crowdinvesting - neuer Weg der Unternehmensfinanzierung?

Charakteristika einer Crowdinvesting-Kampagne

Kapitel
Bild: InvestorFinder

Die Höhe der Investments ist je nach Portal unterschiedlich, liegt meist zwischen 200 und 900 Euro, bei einigen auch deutlich darüber, da sie höhere Mindestbeteiligungen verlangen. Es müssen also immer viele Investoren gefunden werden. Das geschieht über Kampagnen.

Charakteristisch für eine Crowdinvesting-Kampagne ist, dass interessierte Anleger oft auch potenzielle Kunden sind. Die Kampagne hat daher eine doppelte, große Werbewirksamkeit. Das Unternehmen stellt sich der Diskussion und erhält ein schnelles, einfaches und schonungsloses Feedback vom Markt, zum Konzept, zum Businessplan, zu den Produkten. Mit einer erfolgreich umgesetzten Kampagne kann man später auch weitere große Investoren oder Banken überzeugen.

Allen Finanzierungsvarianten über eine Crowd ist eine hoher unabhängiger und realdemokratischer Charakter eigen. Das heißt, es hat nur das Projekt Erfolg, welches auch ausreichend Zustimmung findet. Was bei der Menge der Interessierten nicht ausreichend positiv beurteilt wird, fällt durch und wird nicht finanziert. Und dabei entscheidet jeder Anleger für sich selbst, kein Experte ist dazwischen geschaltet. Einige Internetportale lassen sogar ihre bisherigen Investoren abstimmen, ob ein neues Projekt aufgenommen werden soll oder nicht.

Schritte der Kampagne

Das Unternehmen muss in der Kampagne absolute Transparenz zeigen. Neben dem vollständigen Businessplan inkl. detaillierter Finanzplanung muss das Management bereit sein, alle Zahlen offenzulegen. Womit will man Geld verdienen, und wie viel? Alles muss auf den Tisch, besser gesagt, den Bildschirm. Jungen und ambitionierten Unternehmen fällt dies eher leicht und sicher ist das ein Grund, warum sich der klassische Mittelstand mit einem solchen Finanzierungsweg eher schwer tun dürfte, zumindest solange sie das Gefühl haben, dass es ihnen bei der Bank besser ergeht.

Dabei sind die Kosten für eine Kampagne bei den meisten Portalen erfolgsabhängig gestaltet, in der Regel zwischen 8 und 10 Prozent des erfolgreichen Fundingvolumens. Wird die Mindestgrenze (die „Fundingschwelle“) nicht erreicht, kommt die Kampagne nicht zustande, die Investoren überweisen kein Geld und das Unternehmen hat nur den Aufwand für die Videoproduktion (die professionell sein muss) und Kampagnendurchführung, sowie die Beraterkosten für den Businessplan investiert, den sie aber dann auch anderweitig nutzen können. Und die dabei gewonnen Kontakte gehen auch nicht verloren.

Schlagworte zum Thema:  Crowdinvesting, Unternehmen, Finanzierung

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