11.03.2014 | Top-Thema Crowdinvesting - neuer Weg der Unternehmensfinanzierung?

Was bedeutet Crowdinvesting?

Kapitel
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die Idee der „Schwarmfinanzierung“ setzt darauf auf, dass nicht ein Geldgeber gefunden wird, der mit einem größeren Betrag ein Projekt finanziert, sondern viele private Investoren, die schon mit geringen Beiträgen zur Finanzierung eines Unternehmens beitragen können.

Doch zunächst gilt es die verschiedenen Begriffe im Bereich der „Schwarmfinanzierung“ einzuordnen:

  •         Crowdsourcing
  •         Crowdlending
  •         Crowdfunding
  •         Crowdinvesting

Crowdsourcing ist der Überbegriff für alle Crowd-Lösungen und bezieht sich nicht grundsätzlich nur auf das Thema Finanzierung. Der Grundgedanke ist, dass eine bestimmte Gruppe von Menschen Ressourcen zusammenlegt oder teilt, damit in der Summe etwas Größeres entsteht. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn die amerikanische Weltraumbehörde NASA aus unzähligen vernetzten privaten Rechnern - deren Eigentümer diese freiwillig für das Projekt zur Verfügung stellen - eine immense Rechenkapazität schafft, ohne einen neuen Megarechner anschaffen zu müssen.

Unter Crowdlending versteht man die Kreditvergabe „peer to peer“, also direkt vom Geldgeber an den Kreditsuchenden ohne eine zwischengeschaltete und entscheidende Bank. Die Projekte werden im Internet vorgestellt. Anleger geben kleinere Beträge als Kredit und erhalten eine lukrative Verzinsung, bei oft nicht unerheblichem Risiko, da es sich meist um private Geldsuchende handelt, die Geld für ein neues Auto, eine neue Küche oder die Ablösung eines überzogenen Girokontos suchen.

Das Crowdfunding kommt ursprünglich aus den USA. Dabei unterstützen viele Menschen ein ihnen sinnvoll erscheinendes Projekt mit einer Spende und der ideelle Fördergedanke steht im Vordergrund. Meist findet man hier Projekte aus dem kulturellen und sozialen Bereich. Als Gegenleistung bieten die Initiatoren in der Regel ein eher ideelles Dankeschön, ein signiertes Buch, eine Kino- oder Konzertkarte, eine CD, eine Einladung zur Lesung o.ä.

Beim Crowdinvesting hingegen beteiligt sich der Investor an einem Unternehmen. Eine Rendite erzielt der Investor über den jährlichen Gewinnanteil und den Wertzuwachs des Unternehmens während der Laufzeit der Beteiligung. Da die Portale in Deutschland teilweise bereits Investments ab 5 Euro anbieten, kann man unterstellen, dass der Fördergedanke und das „Dabei sein“ eine große Rolle bei der Entscheidung spielen. Die Portale versuchen dabei teilweise den Effekt des „herdings“ auszulösen.

Durch schnell steigende Zahlen der Beteiligung wird der Anschein erweckt des „Wenn so viele so schnell investieren, muss das Projekt ja gut sein!“. Hier sind auch in Deutschland Anzeichen eines regelrechten „Partyinvestings“ zu beobachten, bei dem sich der Eine auf den Anderen verlässt und die Ertragspotenziale der Unternehmen eine so hohe Finanzierung kaum tragbar erscheinen lassen. Effekte, die man beim crowdfunding gerne erzielen möchte, beim crowdinvesting aber kritischer betrachten sollte, auch seitens der Portale.

Schlagworte zum Thema:  Crowdinvesting, Unternehmen, Finanzierung

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