25.08.2015 | Serie Business Knigge: Die wichtigsten Benimmregeln

Die richtige Anrede

Serienelemente
Vorsicht bei akademischen Titeln und Adelstiteln.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

In den meisten Fällen lautet die korrekte Anrede: Gruß, Herr/ Frau Nachname. Tückisch wird die Sache erst, wenn Adelstitel oder akademische Grade hinzukommen, diese sollten auf jeden Fall genannt werden. Der Adelstitel ist zudem Bestandteil des Namens. Jeder hört gerne seinen Namen, aber nur wenn er auch korrekt ausgesprochen wird. Den Namen wiederholt falsch auszusprechen oder ihn zu verwechseln, wirkt sehr unhöflich. Doch ist es nicht immer die leichteste Übung, sich die Namen seiner Geschäftspartner auf Anhieb zu merken. Das Nachfragen beim Erstkontakt ist kein Verbrechen. Fragen Sie aber bitte nicht drei Mal nach. Auch das wäre unhöflich.

Anrede bei Adelstiteln

Treffen Sie auf einen Gesprächspartner, der einen Adelstitel hat, wird dieser in der Anrede mitgenannt. Die einfachste Variante ist, wenn es sich um das bloße „von“ handelt. Dann heißt es „Guten Abend, Herr von Münchhausen“. Wissen Sie, dass Ihr Gegenüber Baron bzw. Freiherr ist oder einen Grafentitel trägt, sprechen Sie ihn mit: „Guten Abend, Graf Schönberg“ an. Das kleine Wörtchen „von“ fällt bei dieser Anrede weg. Sobald ein Graf oder Baron vor Ihnen steht, entfällt die Anrede mit Herr/ Frau. Bei einem Geschäftskontakt gibt es diese Differenzierung nicht, sondern man steht auf der gleichen Stufe. Einen Adelstitel allerdings dürfen Sie bei der Anrede erst weglassen, wenn er Ihnen vom Träger erlassen wird. Gleiches gilt auch für akademische Grade.

Regel Nr. 8

Adelstitel gehören zum Namen und sollten deshalb bei der Anrede mit genannt werden. Graf von Petershausen, wird mit „Guten Tag, Graf Petershausen“ angesprochen – also ohne „Herr“ und ohne „von“. Das einfache „von“ (ohne Adelstitel) hingegen wird in der Anrede nicht weggelassen.

Anrede bei akademischen Graden

Bei akademischen Graden wird in der Anrede immer nur der höchste Titel genannt. Wird Ihnen ein Professor Dr. Huber vorgestellt, sprechen Sie ihn mit „Guten Tag, Herr Professor Huber“ an. Auf der Adresse eines Briefumschlages sollten Sie aber alle Titel ausschreiben. Haben Sie einen Gesprächspartner, der Dr. Dr. h.c. Caesar heißt, sprechen Sie ihn bei der Anrede nur mit einem Doktortitel an. Verwirrung kann aufkommen, wenn jemand sowohl akademische als auch adelige Titel hat. Beide Titel werden bei der Anrede genannt. Dabei gilt folgende Reihenfolge: akademischer Grad, Adelstitel, Nachname (z. B. Guten Tag, Dr. Graf Edelmann) In naher Zukunft werden weitere Titel wie Bachelor und Master in Europa üblich sein. Sie werden aber ebenso wenig wie der Diplom-Ingenieur oder Diplom- Betriebswirt bei der Begrüßung oder Anrede mit genannt.

Regel Nr. 9

In Deutschland werden bei der Anrede nur akademische Titel wie Dr. oder Professor genannt. Nennen Sie nur den höchsten Titel.

Anrede bei Doppelnamen

Sprechen Sie Ihre Kollegin ab dem Zeitpunkt, ab dem Sie wissen, dass sie einen Doppelnamen hat, mit diesem an. Hier gilt dieselbe Regel wie bei den Titeln: Sollte Ihre Kollegin Ihnen ihren neuen Zweitnamen erlassen, dürfen Sie sie wieder mit dem „alten“ Namen ansprechen.

Regel Nr. 10

Titel, Doppelnamen oder akademische Grade können Sie erst weglassen, nachdem sie Ihnen erlassen worden sind.

Du oder Sie?

Die Deutschen sind in der Anrede sehr förmlich. In fast allen anderen europäischen Ländern duzt man sich im privaten wie geschäftlichen Umfeld. Diese Anredeform scheint sich in Deutschland nicht durchzusetzen. In einer Allensbach-Umfrage 2011 sprachen sich fast zwei Drittel der Befragten gegen eine Einführung des allgemeinen Duzens aus. Wer darf im Berufsleben das Du anbieten? Hier gilt wieder die Regel: Der Ranghöhere darf entscheiden, wem er wann das „Du“ anbieten möchte. Für ein „Du“ reicht ein Handschlag oder die Übereinkunft, sich ab jetzt zu duzen, indem man seinen Vornamen nennt. Ein Du darf aber auch abgelehnt werden. Tun Sie dies aber auf eine freundliche und höfliche Art und Weise und rechnen Sie damit, dass Ihnen dieses Angebot kein zweites Mal gemacht wird.

Regel Nr. 11

Das Du bietet der Ranghöhere an. Ein Du darf freundlich ausgeschlagen werden. Sind keine Rangordnungen vorhanden, bietet der Ältere dem Jüngeren das Du an. Sind Mann und Frau ungefähr gleich alt, sollte das Du von der Frau ausgehen, es sei denn, der Mann ist weitaus länger im Unternehmen tätig.

Das Du in Firmen

Einige Firmen in Deutschland versuchen, die Duzkultur von heute auf morgen einzuführen, was bei einigen Mitarbeitern auf Unbehagen trifft oder zumindest sehr ungewohnt ist. Andere Firmen einigen sich darauf, sich mit Vornamen und Sie anzusprechen, diese Variante scheint oft größeren Anklang zu finden.

Sie bietet sich besonders für Firmen mit Kontakten im anglophonen Sprachraum an. Gerade in Situation mit englischsprachigen Kunden kann es in Besprechungen befremdlich wirken, wenn Sie Ihre Kunden beim Vornamen nennen, Ihren eigenen Kollegen aber mit Nachnamen ansprechen. Wenn in einer Firma die Variante Vorname und Sie nicht üblich ist, sollte man sich mit seinen Kollegen wenigstens vor Meetings absprechen, an denen englischsprachige Kunden teilnehmen, und sich darauf einigen, sich im Englischen mit Vornamen anzusprechen. Eine ähnliche Situation gibt es bei Besprechungen mit deutschen Teilnehmern. Duzen Sie einen Ihrer Mitarbeiter, müssen Sie diese Tatsachen vor Ihren Kunden nicht verheimlichen. In der direkten Ansprache reden Sie den Kollegen mit Vornamen an, sprechen Sie über ihn, verwenden Sie seinen Nachnamen. Sie können sich selbstverständlich auch darauf einigen sich in Besprechungen auch unter Kollegen zu siezen.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Taschenguide „Business Knigge – Die 100 wichtigsten Benimmregeln“.

Schlagworte zum Thema:  Verhalten, Business-Knigge, Meeting

Aktuell

Meistgelesen