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10.12.2015 | Serie Betriebsveranstaltung

Pauschalierung der Lohnsteuer

Serienelemente
Für Betriebsveranstaltungen kommt ein Freibetrag zur Anwendung.
Bild: Haufe Online Redaktion

Wird der neue Steuerfreibetrag bei Betriebsveranstaltungen überschritten, liegt steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Für diesen besteht aber die Möglichkeit der Lohnsteuerpauschalierung.

Arbeitslohn aus Anlass von Betriebsveranstaltungen kann mit 25 Prozent pauschal besteuert werden (§ 40 Absatz 2 Satz 1 Nr. 2 EStG). Das kommt für die geldwerten Vorteile in Betracht, soweit der Freibetrag von 110 Euro bzw. die Grenze von zwei Veranstaltungen im Jahr überschritten sind. Die 44-Euro-Freigrenze ist für Zuwendungen anlässlich von Betriebsveranstaltungen übrigens nicht anwendbar.

Lohnsteuerpauschalierung mit 25 Prozent

Bei einer Pauschalierung der Lohnsteuer mit 25 Prozent ist zu beachten, dass

  • ein Antrag beim Finanzamt für die Pauschalierung nicht erforderlich ist,
  • die Pauschalierung auch für nur wenige betroffene Mitarbeiter zulässig ist,
  • zusätzlich zur pauschalen Lohnsteuer ein Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent und ggf. pauschale Kirchensteuer anfällt und
  • die Pauschalierung der Lohnsteuer Sozialversicherungsfreiheit auslöst.

Gesamtkosten einer Betriebsveranstaltung

Auch nicht übliche Zuwendungen, also insbesondere größere Geschenke und Verlosungsgewinne, gehören neuerdings zu den maßgebenden Gesamtkosten einer Betriebsveranstaltung. Die Lohnsteuerrichtlinien sind ab dem Jahr 2015 insoweit überholt. Dort war eine gesonderte Pauschalierung der Lohnsteuer bei nicht üblichen Zuwendungen vorgesehen (R 40.2 Absatz 1 Nummer 2 LStR).

Berechnungsbeispiel bei Pauschalierung der Lohnsteuer

Beispiel: An einer Weihnachtsfeier nehmen 100 Mitarbeiter des Arbeitgebers teil. Die Aufwendungen des Arbeitgebers betragen 13.000 Euro (= 130 Euro pro Teilnehmer; ohne Verlosungsgewinn). Bei der anlässlich der Weihnachtsfeier durchgeführten Tombola gewinnt ein Mitarbeiter ein Fahrrad im Wert von 2.000 EUR.

Berechnung: Zu den Gesamtkosten gehören alle Aufwendungen des Arbeitgebers einschließlich der Kosten für den Verlosungsgewinn. Die gesamten Aufwendungen von 15.000 Euro sind auf die 100 Teilnehmer zu verteilen, sodass sich ein Pro-Kopf-Anteil von 150 Euro ergibt. Nach Abzug des Freibetrags von 110 Euro sind 40 Euro pro Arbeitnehmer (= 4.000 Euro insgesamt) steuerpflichtig. Die pauschale Lohnsteuer beträgt 1.000 Euro.

Eine Pauschalierung der Lohnsteuer kommt von vornherein nicht in Betracht, wenn es sich bei der Veranstaltung nicht um eine Betriebsveranstaltung handelt.

Leiharbeitnehmer bei Betriebsveranstaltungen

Zuwendungen aus Anlass von Betriebsveranstaltungen an Mitarbeiter von anderen Unternehmen im Konzernverbund sowie an Leiharbeitnehmer durch den Entleiher können wahlweise vom Zuwendenden oder vom Arbeitgeber versteuert werden. Die Pauschalbesteuerung ist auch insoweit anwendbar.

Wendet der Zuwendende die 110-Euro-Freibetragsregelung an, soll er sich nach Verwaltungsanweisung beim Arbeitgeber vergewissern, dass für den Mitarbeiter die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Der Entleiher müsste also beispielsweise fragen, wie oft der Leiharbeiter schon beim Arbeitgeber oder bei anderen Entleihern gefeiert hat. Es bleibt schleierhaft, wie das in der Unternehmenspraxis gehandhabt werden kann.

Hinweis: BMF-Schreiben vom 14.10.2015, IV C 5 - S 2332/15/10001

Haufe Online Redaktion

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