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Änderungen 2018: Elektronische Abgabe aller Steuererklärungen, GWG-Grenze angehoben, neue Auslandsreisekostenpauschalen. Bild: Haufe Online Redaktion

Papier war gestern: Selbstständige müssen ab sofort sämtliche Steuererklärungen elektronisch authentifiziert an das Finanzamt übermitteln. Gute Nachrichten gibt es für alle, die 2018 geringwertige Wirtschaftsgüter anschaffen wollen: Hier hat der Gesetzgeber die Grenze großzügig angehoben.

Neue Abgabefristen für die Steuererklärung

Die neuen Abgabefristen für Steuererklärungen gelten auch für die Umsatzsteuererklärung, erstmals für die Umsatzsteuererklärung 2018, die dann bis zum 31. Juli 2019 zu übermitteln ist. Die Vordrucke für die Umsatzsteuererklärung 2018 haben sich ebenfalls geändert: Neu ist, dass die Anlage UR in den Hauptvordruck integriert wird. Künftig umfasst das Formular damit sechs Seiten.

Unternehmenssteuererklärungen über ELSTER dürfen ab sofort nur noch elektronisch authentifiziert übermittelt werden. Wer bereits über ein Elster-Zertifikat verfügt, um beispielsweise die Umsatzsteuer-Voranmeldung zu übermitteln, kann dies auch für die Steuererklärung nutzen. Wer seine Unternehmenssteuererklärungen bisher komprimiert abgegeben hat, muss sich unter www.elster.de registrieren, um die Erklärungen vom 1. Januar 2018 an authentifiziert abzugeben. Dies gilt beispielsweise für die Umsatzsteuerjahreserklärung, die Gewerbesteuererklärung und die Anlage EÜR.

Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter angehoben

Für geringwertige Wirtschaftsgüter gelten besondere Regeln: Bei diesen Anschaffungen geht das Finanzamt davon aus, dass die gekauften Wirtschaftsgüter sich aufgrund ihres niedrigen Werts schnell abnutzen. Daher haben Unternehmer die Wahl: Sie können diese Investitionen auch sofort und in voller Höhe als Betriebsausgabe ansetzen.

Der Gesetzgeber hat die Schwelle für geringwertige Wirtschaftsgüter zum Jahreswechsel angehoben:

  • Für Anschaffungen ab dem 1. Januar 2018 gilt, dass sie nun bis zu einem Wert von 800 Euro netto sofort, vollständig und im gleichen Jahr steuerlich angesetzt werden können (bislang: 410 Euro netto).
  • Außerdem müssen geringwertige Wirtschaftsgüter erst ab einem Wert von 250 Euro in einem besonderen Verzeichnis aufgeführt werden.
  • Darüber hinaus hat der Gesetzgeber die untere Grenze für Wirtschaftsgüter der Poolabschreibung auf 250 Euro netto angehoben. Diese Grenze gilt für alle Wirtschaftsgüter, die nach dem 31. Dezember 2017 angeschafft wurden.

Software ist laut ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs eigentlich ein immaterielles Wirtschaftsgut. Die Finanzverwaltung ist jedoch der Meinung, dass so genannte Trivialprogramme zu den beweglichen Wirtschaftsgütern gehören. Daher konnten bestimmte Computerprogramme, die nicht teurer als 410 Euro netto waren, bislang als geringwertiges Wirtschaftsgut angesetzt werden. Der Gesetzgeber hat angekündigt, bei der nächsten Überarbeitung der Einkommensteuer-Richtlinien die Trivialgrenze für Computerprogramme ebenfalls auf 800 Euro anzuheben. Zur Trivialsoftware zählen allgemein käufliche Programme, die lediglich Datenbestände oder allgemein zugängliche Daten speichern, beispielsweise Texte oder Zahlen.

Neue Auslandspauschalen 2018

Wenn Selbstständige geschäftlich unterwegs sind, können sie für ihre Verpflegung Pauschalen steuerlich geltend machen. Für die Dienstreise ins Ausland hat das Bundesfinanzministerium für 2018 die Pauschbeträge überarbeitet. Änderungen ergeben sich beispielsweise für Reisen nach Belgien, Dänemark, Frankreich oder auch Norwegen.

Schlagworte zum Thema:  Sachbezugswerte, Reisekosten, Steuerklasse, Steuererklärung, Kindergeld

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