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Wer Mitarbeiter beschäftigt, kann diesen ab 2018 mit Steuervorteil eine begünstigte Betriebsrente anbieten. Die Steueranreize werden vor allem für Geringverdiener gesetzt. Änderungen gibt es außerdem bei den Sachbezugswerten.

Anreize für Betriebsrente in kleineren Unternehmen

Um die Betriebsrente für kleinere Unternehmen interessanter zu machen, ist zum Jahreswechsel das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft getreten.

Das Gesetz enthält unter anderem einen Steuer-Anreiz für Geringverdiener:

Arbeitgeber bekommen einen direkten Steuerzuschuss von 30 Prozent, wenn sie Beschäftigten mit weniger als 2.200 Euro Bruttogehalt eine Betriebsrente anbieten.

Maximal wird ein Arbeitgeberzuschuss bis zu 480 Euro jährlich mit bis zu 144 Euro vom Fiskus bezuschusst. Angestellte können außerdem grundsätzlich mehr für ihre Vorsorge tun: Der Gesetzgeber hat den steuerfreien Höchstbetrag von 4 auf 8 Prozent der Bemessungsgrenze angehoben. Das sind 6.240 Euro für das Jahr 2018.

Neue Sachbezugswerte 2018

Wer seinen Angestellten – zum Beispiel in der Kantine oder auf einer Dienstreise – kostenlose oder verbilligte Mahlzeiten zur Verfügung stellt, bietet damit einen geldwerten Vorteil. Damit nicht jedes Mal der einzelne Preis einer Mahlzeit berechnet werden muss, legt die Finanzverwaltung Sachbezugswerte fest. Die Sachbezugswerte für Verpflegung und Unterkunft orientieren sich an der Entwicklung der Verbraucherpreise. 2018 werden die Sachbezugswerte erhöht. Für verbilligte oder kostenlose Mahlzeiten sind

  • für ein Frühstück 1,73 Euro und
  • für ein Mittag- oder Abendessen 3,23 Euro

anzusetzen.

Auch die amtlichen Sachbezugswerte für Unterkünfte steigen 2018, auf monatlich 226 Euro. Der Wert der Unterkunft kann auch mit dem ortsüblichen Mietpreis bewertet werden, wenn der Tabellenwert nach Lage des Einzelfalls unbillig wäre. Kalendertäglich beträgt der Wert seit Jahresbeginn 7,53 Euro. Wichtig: Sämtliche neuen Sachbezugswerte müssen zwingend ab dem 1. Januar 2018 angewandt werden. Ansonsten hat dies zur Folge, dass die Lohnsteuer nicht korrekt ermittelt wird.

Unangemeldete Kassen-Nachschau

Prüfer des Finanzamts können seit Jahresbeginn unangemeldet zu einer Kassen-Nachschau bei Ihnen vorbeikommen. Das Prüfungsinstrument ähnelt der Umsatzsteuer- und Lohnsteuer-Nachschau: Die Prüfer können unangemeldet Kassen kontrollieren, um möglichen Steuerbetrug zeitnah aufzuklären. Davon sind nicht nur computergestützte Kassensysteme, sondern auch Registrierkassen und offene Ladenkassen betroffen. Die Beamten dürfen sich sämtliche Aufzeichnungen, Bücher und andere Unterlagen ansehen, die für die Kassenführung wichtig sind. Die Kassen-Nachschau ist formell zwar keine Außenprüfung – stellt der Prüfer aber Mängel fest, kann er ohne vorherige Anordnung zu einer Außenprüfung übergehen.