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Arbeitslohn von A bis Z: Trinkgelder

Teil 19: Besteht auf die Gewährung von Trinkgeldern, Bedienungszuschlägen und ähnlichen Zuwendungen ein Rechtsanspruch, unterliegen diese Beträge in gleicher Weise wie der übrige Arbeitslohn dem Lohnsteuerabzug.

Trinkgelder dieser Art haben i. d. R. in Tarifverträgen, in Betriebsvereinbarungen oder in einem Vertragsverhältnis zwischen dem Arbeitgeber und dem Trinkgeldgeber ihre Rechtsgrundlage.

Soweit Arbeitnehmer auf die Gewährung von Trinkgeldern keinen Rechtsanspruch haben (freiwillige Trinkgelder), handelt es sich zwar dem Grunde nach ebenfalls um Arbeitslohn (§ 38 Abs. 1 Satz 3 EStG). Dieser wird jedoch seit 2002 vollumfänglich steuerfrei gestellt (§ 3 Nr. 51 EStG). Freiwillige Trinkgeldzahlungen bleiben auch in der Sozialversicherung beitragsfrei.

Zu den freiwilligen Trinkgeldern gehören z. B. die Übertrinkgelder im Gaststättengewerbe, Trinkgelder an Hotelportiers, Friseurgehilfen, Therapeuten, Kaminkehrer usw. Dazu zählen auch übliche Geldgeschenke an Hausmeister, Müllwerker, Postboten und Zeitungsausträger aus Anlass des Weihnachtsfests.

Um freiwillige Trinkgelder handelt es sich auch, wenn der Arbeitgeber von ihrer Hingabe nichts weiß oder, wie z. B. häufig in Alten- und Pflegeheimen, ihre Entgegennahme ausdrücklich untersagt ist.

Praxistipp:

Aus dem Spielbanktronc finanzierte Zahlungen an die Arbeitnehmer einer Spielbank sind nach der Rechtsprechung keine steuerfreien Trinkgelder. Der Begriff des Trinkgelds setzt ein Mindestmaß an persönlicher Beziehung zwischen Trinkgeldgeber und Trinkgeldnehmer voraus (BFH, Urteil v. 18.12.2008, BStBl 2009 II S. 820.

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