Umsatzsteuer, Wechsel der Steuerschuldnerschaft

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Leistungsempfänger = Steuerschuldner
  • Betroffene Leistungen
  • Umsatzsteuervoranmeldung
  • Buchung der Umsatzsteuer/Vorsteuer

1 So kontieren Sie richtig

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung:

Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 %

Eigener

Kontenplan
SKR 03
  1787
IKR  
4823 SKR 04
  3837
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung:

Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 19 %

Eigener

Kontenplan
SKR 03
  1577
IKR  
2605 SKR 04
  1407
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Beim Reverse-Charge-Verfahren schuldet der Leistungsempfänger gemäß § 13b UStG die Umsatzsteuer. Das gilt teilweise auch dann, wenn er die Leistungen für seinen privaten Bereich bezieht. Die Abgrenzung der Leistungen, die dem Reverse-Charge-Verfahren unterliegen zu anderen Leistungen ist daher besonders wichtig. Beim Reverse-Charge-Verfahren stellt der leistende Unternehmer Nettorechnungen aus und weist in seiner Rechnung auf den Wechsel der Steuerschuldnerschaft hin.

Der Leistungsempfänger, der die Umsatzsteuer schuldet, muss selbst die Umsatzsteuer berechnen und auf das Konto "Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 %" 1787 (SKR 03) bzw. 3837 (SKR 04) buchen. Ist der Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt, verwendet er als Gegenkonto das Konto "Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 19 %" 1577 (SKR 03) bzw. 1407 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 %

an abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 19 %

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Subunternehmer bei Gebäudereinigung

Herr Huber ist Inhaber einer Gebäudereinigungsfirma. Er beauftragt die Firma Schmitz, die Reinigung von 10 Neubauten zu übernehmen. Die Firma Schmitz wird als Subunternehmer tätig. Die Firma Schmitz stellt ihm für die Reinigung einen Betrag von 3.000 EUR (ohne Umsatzsteuer) in Rechnung.

Herr Huber überweist den Betrag von 3.000 EUR und berechnet die Umsatzsteuer i. H. v. (3.000 EUR * 19 % =) 570 EUR, die er gleichzeitig wieder als Vorsteuer abziehen darf.

Buchungsvorschlag: Buchung der Rechnung und der Umsatzsteuer

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
3100 Fremdleistungen 3.000 78225 Fa. Schmitz 3.000
 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1577 Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 19 % 570 1787 Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 % 570
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
5900 Fremdleistungen 3.000 78225 Fa. Schmitz 3.000
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1407 Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 19 % 570 3837 Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 % 570

Die Firma Schmitz darf in ihrer Rechnung keine Umsatzsteuer ausweisen. Herr Huber überweist der Firma Schmitz GmbH deshalb den in der Rechnung ausgewiesenen Nettobetrag.

Buchungsvorschlag: Buchung der Zahlung

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
78225 Fa. Schmitz 3.000 1200 Bank 3.000
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
78225 Fa. Schmitz 3.000 1800 Bank 3.000

3 Der Leistungsempfänger wird Schuldner der Umsatzsteuer

Der Unternehmer, der eine Leistung erbringt, ist Schuldner der Umsatzsteuer. Von diesem Grundsatz gibt es Ausnahmen, und zwar dann, wenn der Leistungsempfänger gemäß § 13b UStG Schuldner der Umsatzsteuer wird. Er ist dann verpflichtet, die Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen.

Es handelt sich nicht um ein Wahlrecht! Ist der Leistungsempfänger Schuldner der Umsatzsteuer, dann schuldet nur er die Umsatzsteuer und nicht der leistende Unternehmer. Der leistende Unternehmer darf beim Wechsel der Schuldnerschaft in seiner Rechnung keine Umsatzsteuer ausweisen. Weist er sie trotzdem aus, handelt es sich um einen unberechtigten Ausweis der Umsatzsteuer. Diese unberechtigt ausgewiesene Umsatzsteuer muss er zusätzlich zahlen, solange er seine Rechnung nicht berichtigt.

4 Fälle, in denen die Steuerschuld auf den Leistungsempfänger übergeht

Die Fälle, bei denen die Umsatzsteuerschuld auf den Leistungsempfänger übergeht, sind in § 13b Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 1 bis 11 UStG abschließend aufgeführt. Es besteht kein Wahlrecht, sodass die Umsatzsteuerschuld zwingend auf den Leistungsempfänger übergeht. Der leistende Unternehmer darf keine Umsatzsteuer ausweisen. Der Leistungsempfänger ermittelt die Umsatzsteuer und kann, wenn er zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, diesen Betrag gleichzeitig als Vorsteuer geltend machen. Auch wenn sich Umsatzsteuer und Vorsteuerabzug gegenseitig aufheben, ist es erforderlich, den gesamten Vorgang zu buchen.

Übersicht: Wechsel der Steuerschuldnerschaft

 
Nr. Betroffener Personenkreis Art und Umfang der Leistung Leistungsempfänger ist Gesetzlich geregelt in
1 Unternehmer im EU-Ausland Sonstige Leistungen, die von einem Unternehmer ausgeführt werden, der im EU-Ausland ansässig ist, wenn sich der Leistungsort nach § 3a Abs. 2 UStG richtet. Unternehmer oder eine juristische Person § 13b Abs. 1 UStG
2 Unternehmer im Ausland Werklieferungen und sonstige Leistungen, die von einem Unternehm...

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