Kapitel 8: Latente Steuern / C. Synopse
 

Tz. 93

 
  IFRS HGB
Steuerabgrenzung

Temporary concept

Bilanzorientierter Ansatz:

Temporäre Unterschiede zwischen Buchwerten in IFRS- und Steuerbilanz, die sich in Zukunft steuerwirksam ausgleichen.

Darunter fallen zeitlich begrenzte und quasi-permanente begrenzte Unterschiede.

Permanente Differenzen bleiben unberücksichtigt.

Temporary concept

Bilanzorientierter Ansatz:

Temporäre Unterschiede zwischen Buchwerten in Handels- und Steuerbilanz, die sich in Zukunft steuerwirksam ausgleichen.

Darunter fallen zeitlich begrenzte und quasi-permanente begrenzte Unterschiede.

Permanente Differenzen bleiben unberücksichtigt.
Ansatz
Aktive latente ­Steuern

Ansatzpflicht gem. IAS 12.24, wenn

  • Vermögenswerte in der Steuerbilanz ­höher als Vermögenswerte in der IFRS-­Bilanz oder
  • Schulden in der IFRS-Bilanz höher als Schulden in der Steuerbilanz

→ Zukünftige Steuerentlastung

Ansatz in dem Umfang, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können (IAS 12.24).

Ausnahmen:

  • Erstmaliger Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der

    • kein Unternehmenszusammenschluss ist und
    • zum Zeitpunkt seines Auftretens weder das handelsrechtliche noch das zu versteuernde Ergebnis tangiert
→ Kein Ansatz

Ansatzwahlrecht gem. § 274 Abs.1 Satz 2 HGB, wenn

  • Vermögenswerte in der Steuerbilanz höher als Vermögenswerte in der Handelsbilanz oder
  • Schulden in der Handelsbilanz höher als Schulden in der Steuerbilanz

→ Zukünftige Steuerentlastung

Das Ansatzwahlrecht bezieht sich auf eine sich insgesamt ergebende Steuerentlastung.

Ausschüttungssperre

In Höhe des Betrags, um den die aktiven latenten Steuern die passiven latenten Steuern übersteigen (§ 268 Abs. 8 HGB)

Keine Ausnahmen
Passive latente ­Steuern

Passivierungspflicht gem. IAS 12.15, wenn

  • Vermögenswerte in der Steuerbilanz niedriger als Vermögenswerte in der IFRS-­Bilanz oder
  • Schulden in der IFRS-Bilanz niedriger als die Schulden in der Steuerbilanz

→ Zukünftige Steuerbelastung

Ausnahmen:

  • Erstmaliger Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwertes
  • Erstmaliger Ansatz eines Vermögenwerts oder einer Schuld beim Geschäftsvorfall, der

    • kein Unternehmenszusammenschluss ist und
    • zum Zeitpunkt seines Auftretens weder das handelsrechtliche noch das zu versteuernde Ergebnis tangiert

Passivierungspflicht gem. § 274 Abs. 1 Satz 1 HGB, wenn

  • Vermögenswerte in der Steuerbilanz niedriger als Vermögenswerte in der Handelsbilanz oder
  • Schulden in der Handelsbilanz kleiner als Schulden in der Steuerbilanz
→ Zukünftige Steuerbelastung
Steuerliche Verlustvorträge

Ansatzpflicht aktiver latenter Steuern gem. IAS 12.34, 12.36, wenn in absehbarer Zukunft wahrscheinlich (IAS 12.35: höchst­wahrscheinlich) zu versteuerndes Einkommen erzielt wird, um Vorteile nutzen zu können.

Keine zeitliche Begrenzung

Aktivierungswahlrecht gem. § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB für eine sich insgesamt ergebende Steuerentlastung.

Begrenzung auf eine in den nächsten fünf Jahren zu erwartende Verlustverrechnung gem. § 274 Abs. 1 Satz 4 HGB
Konzernabschluss

Outside basis differences ergeben sich aus dem Unterschied zwischen dem Steuerbilanzwert, der Beteiligung und dem in der Konzernbilanz bilanzierten Nettovermögen der zu konsolidierenden Einheit.

Bedingte Ansatzpflicht (IAS 12.38 ff.)

Outside basis differences ergeben sich aus dem Unterschied zwischen dem Steuerbilanzwert, der Beteiligung und dem in der Konzernbilanz bilanzierten Nettovermögen der zu konsolidierenden Einheit.

Ansatzverbot § 306 Satz 4 HGB
Befreiungen

IAS 12 gilt rechtsformunabhängig.

Keine Erleichterung für kleine Kapitalgesellschaften

Kleine KapGes bzw. KapCo-Gesellschaften. ­Personengesellschaften i.S.v. § 267 Abs. 1 HGB sind von der Anwendung des § 274 HGB befreit.

Bei Vorliegen der Kriterien ist eine Erfassung von passiven latenten Steuern als Rückstellungen (§ 249 HGB) notwendig.
Bewertung
Steuersatz

Anwendung der im Zeitpunkt der Umkehr der gültigen Steuersätze (IAS 12.47).

Ist der zukünftige Steuersatz nicht bekannt, ist der unternehmensspezifische Steuersatz zum Bilanzstichtag zu verwenden.

Steuersatzänderung
Künftige Steuersätze sind anzuwenden, sofern eine Steuersatzänderung bereits am Bilanzstichtag "enacted" oder "substantively enacted".

Anwendung der unternehmensspezifischen Steuersätze im Zeitpunkt der Umkehr der Steuerlatenz (§ 274 Abs. 2 Satz 1 HGB).

Ist der zukünftige Steuersatz nicht bekannt, ist der unternehmensspezifische Steuersatz zum Bilanzstichtag zu verwenden.
Diskontierung Keine Abzinsung gem. IAS 12.53 Keine Abzinsung gem. § 274 Abs. 2 Satz 1 HGB
Fristigkeitsunterscheidung Ausweis als langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden, wenn das Unternehmen lang- und kurzfristige Vermögenswerte (Schulden) in der Bilanz getrennt ausweist. gem. IAS 1.56. Keine Fristigkeitsunterscheidung
Ort der Erfassung

Erfassung der latenten Steuer folgt dem zugrunde liegenden Sachverhalt (IAS 12.57).

Grundsätzlich erfolgt die Bildung und Auflösung latenter Steuern GuV-wirksam.

Ausnahmen:

  • Erfassun...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge