Kapitel 8: Latente Steuern / 4. Rechtspolitische Diskussion und Entwicklungsperspektiven
 

Tz. 68

Der IASB hat die Bilanzierung latenter Steuern auf unrealisierte Verluste von Fremdkapitalinstrumenten, somit vornehmlich der Kategorie available for sale nach IAS 39.9 überarbeitet. Auf Basis des am 19. Januar 2016 veröffentlichten Amendments "Recognition of Deferred Tax Assets for Unrealised Losses (Amendments to IAS 12)" führen nichtrealisierte Verluste aus Finanzinstrumenten, die zum fair value bewertet werden, zum Ansatz latenter Steuern, und zwar unabhängig davon, ob das Finanzinstrument durch Veräußerung oder Halten bis zur Endfälligkeit realisiert wird.

Darüber hinaus wurde klargestellt, dass der Buchwert die Höhe der zukünftigen steuerlichen Gewinne nicht begrenzt. Mit anderen Worten, wird der wahrscheinliche Zufluss steuerlicher Vorteile aus der Realisierung des Vermögenswerts im Rahmen der Schätzung zukünftiger steuerlicher Gewinne berücksichtigt und kann u. U. den Buchwert des Fremdkapitalinstruments übersteigen.

Der IASB-Erstanwendungszeitpunkt der Änderungen ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen. Eine Übernahme der Änderungen im EU Recht steht noch aus und wird derzeit für das vierte Quartal 2016 erwartet.[57]

[57] Vgl. EFRAG, EU endorsement Status Report, as at 9 March 2016.

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