Kapitel 5: Bilanzansatz (Bi... / bb5) Factoring
 

Tz. 88

Das echte Factoring ist ein Forderungskauf, das unechte ist ein Kreditgeschäft, bei dem die Forderung nur zur Sicherung dient, das rechtliche Eigentum wird jeweils auf den Factor übertragen. Nach überzeugender h. M. ist in beiden Fällen die Forderung vom Factor (Zessionar) zu bilanzieren, außer die Abtretung wurde beim unechten Factoring nicht angezeigt.[170] Zwar trägt beim unechten Factoring der Kunde (Zedent) das Delkredererisiko, der Schuldner kann aber nach erfolgter Abtretungsanzeige befreiend nur an den Factor leisten (§ 407 BGB), der Zedent will den Ablauf der Beitreibung nicht weiterverfolgen. Das Ausfallrisiko des Kunden ist als Haftungsverhältnis "unter dem Strich" (§ 251 HGB) oder ggf. als Rückstellung auszuweisen. Beim stillen unechten Factoring hingegen erfüllt die Forderung lediglich Sicherungsfunktion, sie ist weiterhin dem Zedenten als Sicherungsgeber zuzuordnen.

[170] Hennrichs, in: MüKo-BilR, § 246 HGB Rn. 197; Kleindiek, in: GroßKo-HGB, § 246 HGB Rn. 54; Merkt, in: Baumbach/Hopt, HGB, § 246 HGB Rn. 22; Winnefeld, Bilanz-Hdb., Kap. D. Rn. 202.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge