Kapitel 4: Rechnungslegungs... / bb4) Ursprungsorientierte oder funktionale Gliederung
 

Tz. 30

Die GuV kann wie die Buchhaltung nach dem Ursprung der Aufwendungen und Erträge oder abweichend davon nach den Funktionsbereichen des Unternehmens gegliedert werden. Die ursprüngliche Gliederung weist Material-, Personal-, Zins- und Steueraufwand unabhängig von der funktionalen Zuordnung im Unternehmen aus. Die ur­sprüngliche Gliederung ist typisch für eine GuV nach dem Gesamtkostenverfahren, aber nicht zwingend damit verbunden. Dem­gegenüber wird bei der funktionalen Gliederung nach der Verwendung der Aufwendungen gegliedert. Dann werden beispielsweise die Aufwendungen für die Herstellung, für den Ver­trieb und für die Verwaltung zusam­men­gefasst unter entsprechenden Positionen ausgewiesen. Die funktio­nale Gliederung ist für bestimmte Adressaten aussagekräftiger, geht aber mit Infor­mations­verlusten bezogen auf die Kostenstruktur einher. Außerdem ist die funktionale Glie­derung schwerer vergleichbar, weil die Zuordnungsentscheidungen große Ermessens­spiel­räume enthalten.[85] Die funktionale Glie­de­rung ist eine übliche Ausprägung des Umsatzkosten­ver­fahrens. Sie ist aber nicht notwendig da­mit verbunden.

[85] Die Vorzüge und Nachteile abwägend: Castan, in: Beck HdR, B 300 Rn. 22.

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