Kapitel 3: Besondere Anford... / ee) Verschmelzung
 

Tz. 210

Bei der Verschmelzung wird relativ bedenkenlos die Ähnlichkeit mit einer wirtschaftlichen Neugründung bejaht, sodass § 267 Abs. 4 Satz 2 HGB Anwendung finden soll.[319] Dieser Sichtweise kann nur für die Verschmelzung zur Neugründung gefolgt werden. § 36 Abs. 2 UmwG ordnet hier auch die Anwendung der Gründungsvorschriften an. Für die Verschmelzung zur Aufnahme (§§ 4 ff. UmwG) passt das nicht, weil es sich nur um eine Erweiterung des aufnehmenden Rechtsträgers handelt. Insbesondere darf diese Konstellation nicht anders behandelt werden als eine Kapitalerhöhung oder anderweitige Leistung des Gesellschafters in das Kapital. Trotz der (vermutlich dauerhaft) erhöhten Bilanzsumme und (vermutlich) erhöhter Umsatzerlöse, weil mehr Mittel zum Investieren existieren, bleibt diese Konstellation ein Fall von § 267 Abs. 4 Satz 1 HGB. Das muss somit auch für die Verschmelzung zur Aufnahme gelten, sodass § 267 Abs. 4 Satz 2 HGB insoweit teleologisch zu reduzieren ist.

[319] ADS, § 267 HGB Rn. 22; Knop, in: HdR, § 267 HGB Rn. 27; Suchan, in: MüKo-BilR, § 267 HGB Rn. 26.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge