Kapitel 3: Besondere Anford... / bb1) Wertminderung (impairment) und Wertaufholung
 

Tz. 292

Für Zwischenberichte gelten grundsätzlich die gleichen Kriterien bzgl. Wertminderungen und Wertaufholungen wie für den Jahresabschluss. Gemäß IAS 34.28 (Satz 2) darf die Häufigkeit der Berichterstattung (d. h. jährlich, halb- oder vierteljährlich) die Höhe des Jahresergebnisses jedoch nicht beeinflussen.

Für Eigenkapitalinstrumente, die der Kategorie available for sale zugeordnet werden, erfolgt die außerplanmäßige Abschreibung GuV-wirksam und die Wertaufholungen erfolgsneutral (IAS 39.69). Wenn es zu einer Wertminderung zum Stichtag des Zwischenberichts gekommen ist, der Wertminderungsgrund zum Stichtag des jährlichen Abschlusses allerdings nicht mehr besteht, stellt sich die Frage nach der Anwendung des durch IAS 39.69 vorgegebenen Gebots der Erfolgsneutralität der Wertaufholung. In diesem Fall kommt das Spannungsfeld zwischen eigenständigem und integrativem Ansatz zum Ausdruck, wobei der Standardsetzer in IFRIC 10 die Zuschreibung bei Wegfall der Wertminderungsgründe für unzulässig erklärt und somit dem eigenständigen Ansatz folgt.[390]

Durchbrochen wird der Grundsatz des IAS 34.28 (Satz 2) auch bei Firmenwertabschreibungen. Mit ­IFRIC 10 stellt der Standardsetzer klar, dass für Geschäfts- oder Firmenwerte, für die in vorangegangenen (Zwischen-)Berichtsperioden Wertminderungen erfasst wurden, auch bei Wegfall der Wertminderungsgründe eine Zuschreibung unzulässig ist.[391]

[390] Lüdenbach/Hoffmann/Freiberg, IFRS, § 37 Rn. 35.
[391] Lüdenbach/Christian, IFRS-Essentials, 2010, 293.

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