Kapitel 17: Prüfung / cc) Schutzmaßnahmen
 

Tz. 98

Mit Blick auf die regelmäßig auftretenden Schwierigkeiten bei der Abgrenzung von Befangenheit und Unbefangenheit finden sich in § 22 BS WP/vBP sog. Schutzmaßnahmen. Bei diesen handelt es sich um Maßnahmen oder Verfahren, die dazu geeignet sind, eine Gefährdung der Unbefangenheit der WP/vBP soweit abzuschwächen, dass aus der Perspektive eines verständigen Dritten die Gefährdung insgesamt als unwesentlich einzustufen ist. Diese Schutzmaßnahmen umfassen insbesondere:[117]

  1. Erörterungen mit Aufsichtsgremien des Auftraggebers
  2. Erörterungen mit Aufsichtsstellen außerhalb des Unternehmens
  3. Transparenzregelungen
  4. Einschaltung von Personen in den Prüfungsauftrag, die nicht bereits anderweitig damit befasst sind
  5. Beratung mit in Fragen der Unbefangenheit erfahrenen Kollegen
  6. personelle sowie organisatorische Maßnahmen, durch die sichergestellt wird, dass Informationen aus der zusätzlichen Tätigkeit, die zu einer Befangenheit als Abschlussprüfer führen können, den für die Abschlussprüfung Verantwortlichen nicht zur Kenntnis gelangen (firewalls)

Im konkreten Einzelfall sind die jeweils passenden Schutzmaßnahmen auszusuchen. Die Eignung der Schutzmaßnahmen variiert u. a. in Abhängigkeit dazu, ob die Abschlussprüfung durch einen Einzel-Wirtschaftsprüfer oder eine vergleichsweise große Wirtschaftsprüfungsgesellschaft durchgeführt wird. Ist Ersteres der Fall, scheiden insbesondere die Maßnahme 4) und die Maßnahme 6) aus.[118]

[117] Hoffmann/Lüdenbach, HGB, § 319 HGB Rn. 9; Bormann, in: MüKo-BilR, § 319 HGB Rn. 34.
[118] Hoffmann/Lüdenbach, HGB, § 319 HGB Rn. 11.

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