Kapitel 17: Prüfung / b) Entstehungsgeschichte
 

Tz. 115

§ 319a HGB wurde 2004 durch das BilReG in das HGB eingeführt. Von dem Maßstab der Rechtsprechung geleitet, die Besorgnis der Befangenheit aus der Sicht eines "vernünftig und objektiv denkenden Dritten"[145] zu beurteilen, wurden die Anforderungen an die Unabhängigkeit der Abschlussprüfer für Unternehmen, die an einem geregelten Markt nach § 2 Abs. 5 WpHG teilnehmen, einem strengeren Regime unterstellt. Dabei stand die Überlegung im Vordergrund, dass ein größerer Kreis der an einem Abschluss solcher Unternehmen interessierten Personen bestehe und folglich aus gesamtwirtschaftlichem Interesse strengere Anforderungen angebracht seien.[146] Mit dem BilMoG wurde dieser Maßstab auf Unternehmen i. S. d. § 264d HGB übertragen und die Vorschrift um Regelungen zur internen und externen Rotation erweitert.[147] Die Umsetzung der überarbeiteten Abschlussprüfungsrichtlinie durch das AReG (2016) und die Ausführung der Vorgaben der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 haben in der Vorschrift zu weitreichenden Änderungen geführt (vgl. Tz. 117).

[146] BT-Drucks. 15/3419, 40.
[147] Ausführlich zu den Änderungen bis zum BilMoG Ebke, in: MüKo-HGB, § 319a Rn. 1.

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