Kapitel 14: Konzernabschlus... / d) Ausscheiden eines Tochterunternehmens (Satz 4)

aa) Grundsätzliches

 

Tz. 584

Gemäß § 308a Satz 4 HGB ist der Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" bei teilweisem oder vollständigem Ausscheiden des Tochterunternehmens in entsprechender Höhe GuV-wirksam aufzulösen. Diese Auflösung ist im Zuge der Maßnahmen zur Kapitalkonsolidierung vorzunehmen. Neben der Veräußerung umfasst der Terminus des "Ausscheidens" insbesondere auch die Liquidation oder die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.[791]

 

Tz. 585

Unter "vollständigem Ausscheiden des Tochterunternehmens" sind zum einen die Veräußerung aller Anteile an einer ausländischen Einheit (Entkonsolidierung) und zum anderen die Liquidation der ausländischen Einheit zu verstehen. Bei erstgenanntem Fall sind eine vollständige Auflösung der Umrechnungsrücklage geboten und der auf eine evtl. beteiligte Minderheit entfallende Teil GuV-neutral aufzulösen. Entsprechendes gilt auch im Falle einer Liquidation, wenngleich die Bestimmung des Auflösungszeitpunkts der Umrechnungsrücklage in diesen Fällen schwerer zu determinieren ist, da es sich statt eines einzelnen Akts um einen Prozess handelt.[792]

[791] Grottel/Leistner, in: BeckBilKo, § 308a HGB Rn. 45.
[792] Hoffmann/Lüdenbach, HGB, § 308a HGB Rn. 35–37.

bb) Abwärtskonsolidierung

 

Tz. 586

§ 308a Satz 4 HGB ist dahingehend zu interpretieren, dass Abwärtskonsolidierungen – d. h. aus vollkonsolidierten Tochterunternehmen wird eine nur noch quotal, at equity oder gar nicht mehr konsolidierte Beteiligung – aufgrund von Verringerungen der Anteilsquote als "teilweises Ausscheiden" zu werten sind. In diesen Fällen ist die Umrechnungsrücklage in entsprechender Höhe GuV-wirksam aufzulösen. Bei Übergang auf Quotal- oder Equity-Konsolidierung wird die Umrechnungsrücklage im Ausmaß der abgehenden Beteiligungsquote GuV-wirksam aufgelöst und im Ausmaß der fortbestehenden Beteiligung fortgeführt. Im Falle des Übergangs auf eine einfache Beteiligung ist keine Notwendigkeit zum Ausweis eines Konsolidierungspostens für die Umrechnungsrücklage gegeben, sodass eine vollständige Auflösung erforderlich ist. Dabei erfolgt die Auflösung in Bezug auf die fortbestehende Anteilsquote GuV-neutral, indem die Rücklage in die fiktiven Anschaffungskosten der einfachen Beteiligung einfließt. Diese Überlegungen sind entsprechend auch auf die Abwärtskonsolidierung von Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen zu übertragen.[793]

[793] Hoffmann/Lüdenbach, HGB, § 308a HGB Rn. 39–41.

cc) Abstockung

 

Tz. 587

Im Falle mehrheitswahrender Abstockungen – d. h. bei Veräußerung von Anteilen unter Beibehaltung des Status als Tochterunternehmen – vollzieht sich eine Übertragung der anteilsmäßigen Umrechnungsrücklage auf die nicht beherrschenden Anteile. In Abhängigkeit zur generellen Behandlung von Abstockungen hat auch die Übertragung des entsprechenden Anteils an der Umrechnungsrücklage GuV-wirksam oder -neutral zu erfolgen.[794]

[794] Hoffmann/Lüdenbach, HGB, § 308a HGB Rn. 42.

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