Kapitel 12: Anhangangaben / bb4) Angaben zur Organvergütung
 

Tz. 131

Nach IAS 24.17 hat das berichtende Unternehmen die Vergütung seiner Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen zum einen insgesamt, zum anderen gesondert für jede der folgenden Kategorien anzugeben:

  • kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer (i. d. R. laufende fixe/variable Bezüge, Dienstwagen, Dienstwohnung etc.)
  • Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (z. B. Einzahlungen in einen Pensionsfonds)
  • andere langfristig fällige Leistungen (z. B. Jubiläumsgelder)
  • Leistungen aufgrund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses (z. B. Abfindungen)
  • anteilsbasierte Vergütungen
 

Tz. 132

Definitionsgemäß sind als Vergütung sämtliche Leistungen an Arbeitnehmer (analog zu IAS 19, vgl. Kapitel 5 Tz. 571 ff.) anzusehen, einschließlich solcher, auf die IFRS 2 anzuwenden ist. Leistungen an Arbeitnehmer sind dabei jede Art der Vergütung, die vom Unternehmen oder in dessen Namen als Gegenleistung für erhaltene Dienstleistungen gezahlt wurde, zu zahlen ist oder bereitgestellt wird. Dies beinhaltet auch Entgelte, die vom Unternehmen im Namen eines Mutterunternehmens gezahlt werden. Anzugeben sind neben Entgelten in Geld auch nicht-monetäre Vergütungskomponenten (Dienstwagen, -wohnung, vergünstigter Warenbezug). Sie sind mit ihrem beizulegenden Zeitwert anzugeben.[49] Angabepflichtig sind nach IAS 24.18 zudem Beratungshonorare für Aufsichtsratsmitglieder, die aus gesonderten Beraterverträgen resultieren.[50] Schließlich erlaubt die Definition die Folgerung, dass für Aufsichtsratsmitglieder, die als Arbeitnehmervertreter auch reguläre Arbeitsentgelte beziehen, diese ebenso anzugeben sind wie die Vergütung für ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat.[51]

 

Tz. 133

IAS 24.17 differenziert nicht zwischen einzelnen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen, so dass die Angabe eines Gesamtbetrags zur Erfüllung der Angabepflicht ausreicht. Individualisierte Angaben sind hingegen nicht erforderlich. Besonders in Unternehmen mit einem umfangreich abgegrenzten Kreis an Mitgliedern des Managements sinkt der Informationsgehalt mit zunehmender Zahl der Beteiligten.

 

Tz. 134

In zeitlicher Hinsicht sind nur Vergütungsbestandteile anzugeben, die sich auf den Zeitraum beziehen, in dem die Person Mitglied des Managements in Schlüsselpositionen ist. Dies erfordert den Einbezug etwaiger Leistungen, die der Tätigkeit vor- oder nachgelagert sind. Dabei erwächst die Angabepflicht grundsätzlich mit der Leistungserbringung. Fallen Zahlung und Aufwandsverrechnung auseinander, ist i. d. R. der Zeitpunkt der Aufwandsverrechnung ausschlaggebend.[52] Entsprechend sind in Bezug auf Pensionsvereinbarungen nicht die geleisteten Beiträge anzugeben, sondern der nach IAS 19 zu erfassende Dienstzeitaufwand.[53]

 

Tz. 135

Mit dem Annual Improvements to IFRSs 2010–2012 Cycle wurde hinsichtlich der Angaben zu Führungsgesellschaften mit Einfügung des IAS 24.17A klargestellt, dass sich die nach IAS 24.17 verlangten Angaben nicht auf die Vergütung der Mitarbeiter oder des Managements in Schlüsselpositionen der Führungsgesellschaft beziehen. Stattdessen umfasst die Angabepflicht nach IAS 24.18 A lediglich die Vergütung, die das berichterstattende Unternehmen der Führungsgesellschaft für die von dieser erbrachten Leistungen vergütet.

[49] Buschhüter, in: Buschhüter/Striegel, IFRS, IAS 24 Rn. 44.
[50] Bömelburg/Luce, in: Thiele/v. Keitz/Brücks, Internationales BilanzR, IAS 24 Rn. 166.
[51] ADS-Int., Abschnitt 27 Rn. 115.
[52] So im Ergebnis auch Lüdenbach/Hoffmann/Freiberg, IFRS, § 30 Rn. 28.
[53] EY (Hrsg.), International GAAP 2014, Hoboken 2014, 2503 fordert im Grundsatz die Angabe der zu erfassenden Dienstzeit-/Zinsaufwendungen, versicherungsmathematischen Gewinne/Verluste sowie Auswirkungen von Plankürzungen/-abgeltungen, soweit sich diese dem betroffenen Personenkreis zuordnen lassen. Die Angabe nur des Dienstzeitaufwands wird dort nur als Alternativlösung als zulässig erachtet.

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