Kapitel 11: Kapitalflussrec... / a) Aufbau der Kapitalflussrechnung
 

Tz. 51

Der Aufbau der Kapitalflussrechnung nach IFRS steht grundsätzlich im Einklang mit DRS 21, auch hier sind die Cashflows eines Unternehmens in der Kapitalflussrechnung in Staffelform getrennt nach der laufenden Geschäftstätigkeit, der Investitions- und Finanzierungstätigkeit darzustellen (IAS 7.10). IAS 7 sieht entgegen DRS 21 keine explizite Mindestgliederung vor. Die Pflicht zum separaten Ausweis wesentlicher Posten ergibt sich allerdings aus der Zwecksetzung des IAS 7, denn ohne eine entsprechende Aufgliederung leidet der Nutzen von Kapitalflussrechnungen (IAS 7.4 f.). Nicht zahlungswirksame Geschäftsvorfälle sind auch nach IFRS nicht in die Kapitalflussrechnung aufzunehmen, es werden hierfür dieselben Beispiele genannt wie in DRS 21 (IAS 7.43 f.).

 

Tz. 52

Auch die allgemeinen Grundlagen zur Erstellung der Kapitalflussrechnungen sind nach IAS 7 und DRS 21 identisch. So erfolgt die Umrechnung von Cashflows in einer fremden Währung ebenfalls zum im Zahlungszeitpunkt gültigen Umrechnungskurs zwischen funktionaler und Fremdwährung bzw. bei nicht stark schwankenden Kursen zum Periodendurchschnittskurs (IAS 7.25 ff.). Darüber hinaus sind Zahlungsströme, die sich mehreren Tätigkeitsbereichen zuordnen lassen, und deren Zuordnung nicht explizit vorgeschrieben ist, ebenso entweder auf die entsprechenden Tätigkeitsbereiche aufzuteilen oder dem vorrangigen Tätigkeitsbereich zuzuordnen (IAS 7.12). Ferner besteht auch nach IFRS ein grundsätzliches Verbot für die Saldierung von Zahlungsströmen, wovon nur in denselben Ausnahmefällen wie nach DRS 21 abgewichen werden darf (IAS 7.22):

  • bei indirekter Darstellung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit,
  • bei hoher Umschlagshäufigkeit, hohen Beträgen und kurzen Laufzeiten,
  • bei Zahlungsströmen für Rechnung Dritter sowie
  • bei Ertragsteuerzahlungen.

Als Beispiele für Zahlungsströme mit hoher Umschlagshäufigkeit, hohen Beträgen und kurzen Laufzeiten führt IAS 7 u. a. Darlehensbeträge gegenüber Kreditkartenkunden sowie den Kauf und Verkauf von Finanzinvestitionen an, als Beispiel für Zahlungen für Rechnung Dritter u. a. für den Grundstückseigentümer eingezogene und an diesen weitergeleitete Mieten (IAS 7.23 f.).

 

Tz. 53

Nach IAS 7 wird der zulässige saldierte Ausweis von Zahlungsströmen bei indirekter Darstellung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit und bei Ertragsteuerzahlungen nicht explizit erwähnt. Die Saldierung ist der indirekten Ermittlung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit aber immanent, da es sich hierbei um eine Überleitungsrechnung handelt und keine Zahlungsströme ausgewiesen werden (vgl. Tz. 18 ff.). Die zulässige Saldierung von Ertragsteuerzahlungen ergibt sich hingegen daraus, dass lediglich der gesonderte Ausweis der Cashflows aus Ertragsteuern, nicht aber der gesonderte Ausweis von Ein- und Auszahlungen aus Ertragsteuern gefordert wird (IAS 7.35).

Eine Besonderheit ergibt sich nach IFRS für die Netto-Cashflows aus aufgegebenen Geschäftsbereichen. Sie sind, nach Tätigkeitsbereichen getrennt, entweder direkt in der Kapitalflussrechnung oder im Anhang anzugeben (IFRS 5.33(c)) (zur Abgrenzung aufgegebener Geschäftsbereiche vgl. Kapitel 5 Tz. 343 ff., vgl. Kapitel 6 Tz. 289 ff.).

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