Küting/Weber, Handbuch der ... / p) Erstmalige Anwendung
 

Rn. 344

Stand: EL 20 – ET: 05/2015

Die Änderungen des HGB erfordern eine Umstellung der Konzern-RL und der Konzernberichterstattung der von den Neuregelungen betroffenen UN. Daher sollen die Neuregelungen – soweit möglich – erst für künftige GJ anzuwenden sein. Da die meisten Änderungen durch das BilRUG auf die Vorgaben der EU-Richtlinie 2013/34/EU vom 26.06.2013 zurückgehen, die bis zum Juli 2015 in nationales Recht umzusetzen ist, erfolgt die Erstanwendung des weit überwiegenden Teils der Neuregelungen erstmals für GJ, die nach dem 31.12.2015 beginnen. Den UN wird allerdings die Möglichkeit eingeräumt, die neuen Vorschriften bereits auf ein früheres GJ anzuwenden; dann aber nur insgesamt. Ein sog. cherry-picking (d. h. eine vorzeitige Nutzung der vorteilhaften neuen Vorgaben und eine damit einhergehende gemischte RL aus alten und neuen Regelungen) ist untersagt. Erstmals ist eine Anwendung für das GJ 2015 möglich.

 

Rn. 345

Stand: EL 20 – ET: 05/2015

Die vorzeitige erstmalige Anwendung der neuen Schwellenwerte nach § 293 HGB-E ist auf Basis des vorliegenden Reg-E bereits für nach dem 31.12.2013 beginnende GJ möglich (Wahlrecht!). Damit wären die neuen Größenkriterien, die im Einzelfall zu einer Erleichterung (ggf. Wegfall der KA-Pflicht) führen, bereits erstmals für 2014 freiwillig zu beachten. Bei der Überprüfung des zweimaligen Über- bzw. Unterschreitens der für die Einordnung nach § 293 HGB-E relevanten Größenkriterien sind die durch das BilRUG erhöhten Werte auch auf den Vorjahresabschluss anzuwenden.

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