Küting/Weber, Handbuch der ... / III. Wesentliche Abweichungen nach IFRS
 

Rn. 40

Stand: EL 24 – ET: 11/2016

Die Ausführungen zu diesem Kap. sind entnommen aus: Bieg, H./Kussmaul, H./Waschbusch, G. 2012, S. 437ff.; Coenenberg, A. G./Haller, A./Schultze, W. 2016, S. 88ff., 172ff., 368ff., 453ff.; Federmann, R. 2010, S. 253ff.; Hayn, S./Waldersee, G. G. 2014, S. 62ff.; Petersen, K./Bansbach, F./Dornbach, E. 2015, S. 49, 106; Pellens, B./Fülbier, R. U./Gassen, J./Sellhorn, T. 2014, S. 97ff., 169ff.

 

Rn. 41

Stand: EL 24 – ET: 11/2016

(1) Nach RK.4.4(a) sind Vermögenswerte ("assets") Ressourcen, über die das UN verfügen kann, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren und von denen erwartet wird, dass durch sie dem UN ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließt. Dabei muss der Zufluss des wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich sein und die AHK bzw. ein anderer Wert verlässlich bewertet werden können (vgl. RK.4.38; RK.4.44).
(2) Schulden ("liabilities") sind dann zu passivieren, wenn diese gegenwärtige Verpflichtungen des UN darstellen, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren und durch deren Erfüllung Ressourcen abfließen, die wirtschaftlichen Nutzen enthalten (vgl. RK4.4(b)). Eine Bilanzierung hat zu erfolgen, wenn wahrscheinlich ist, dass es aufgrund der Erfüllung einer gegenwärtigen Verpflichtung zu einem direkten Abfluss von Ressourcen kommt, die wirtschaftlichen Nutzen enthalten. Der Erfüllungsbetrag muss verlässlich ermittelt werden können (vgl. RK.4.38; RK.4.46).
(3) Das EK ("equity") ist die Differenz zwischen "assets" und "liabilities" (vgl. RK4.4(c)).
(4) Die IFRS kennen keine RAP als eigenständige Abschlusselemente. Ein Ausweis erfolgt nur dann unter den entspr. Positionen, sofern die für die betr. Elemente im Rahmenkonzept (RK) vorgesehenen Definitionen und Erfassungskriterien erfüllt werden (vgl. IAS 1.15). Aktivische RAP sind unter dem entspr. bezeichneten, gesonderten Aktivposten auszuweisen; alternativ kommt ein Ausweis unter den sonst. Vermögenswerten in Betracht, wenn die Beträge innerhalb eines Jahres als Aufwand zu verrechnen sind; sofern Ausgaben erst später als nach einem Jahr zu Aufwand werden, erfolgt der Ausweis unter den sonst. Ausleihungen im AV. Passivische RAP sind unter einem entspr. bezeichneten, gesonderten Passivposten auszuweisen; alternativ kommt analog zu der Vorgehensweise bei den aktivischen RAP ein Ausweis unter den sonst. kfr. bzw. den sonst. lfr. Verbindl. in Frage. Sowohl nach derzeit noch gültiger (vgl. IAS 39.43 i. V. m. IAS 39.47/IAS 39.9) als auch künftiger Rechtslage (vgl. IFRS 9.5.3.1 i. V. m. IFRS 9.4.2.1/Appendix A) hat die Zugangsbewertung von finanziellen Verbindl. zum beizulegenden Zeitwert zu erfolgen, der in praxi vielfach dem vereinnahmten Betrag unter Berücksichtigung von Transaktionskosten entspricht. Eine § 250 Abs. 3 vergleichbare Aktivierungsoption existiert somit im Normengefüge der IFRS nicht; stattdessen gilt es betr. (finanzielle) Verbindl. grundsätzlich unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten AK folgezubewerten (vgl. Küting, P./Trützschler, HdR-E, HGB § 250, Rn. 103).
5) Die IFRS kennen Bilanzierungshilfen nicht als eigenständige Abschlusselemente. Sie können nur dann in die Bilanz aufgenommen werden, wenn sie die Voraussetzungen eines Vermögenswertes bzw. einer Schuld erfüllen (dies ist bspw. beim derivativen GoF oder bei latenten Steuern der Fall). Ansonsten muss der Aufwand im gleichen Jahr erfolgswirksam verrechnet werden.
 

Rn. 42

Stand: EL 24 – ET: 11/2016

Ausblick: Gegenwärtig wird seitens des IASB an einer Neufassung des RK gearbeitet. Hierzu wurde am 28.05.2015 der Exposure Draft ED/2015/3 veröffentlicht, der mitunter eine Neuformulierung der Begrifflichkeiten "Vermögenswert", "Schuld" und "EK" vorsieht (vgl. auch Busch, J./Boecker, C. 2015, S. 270ff.; Dehmel, I. 2015, S. 1770ff.; Erb, C./Pelger, C. 2015, S. 1058ff.). Die tatsächliche Entwicklung diesbzgl. bleibt jedoch noch abzuwarten.

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