Küting/Weber, Handbuch der ... / I. Persönlicher Anwendungsbereich
 

Rn. 31

Stand: EL 22 – ET: 03/2016

In persönlicher Hinsicht erstreckt sich die Verpflichtung, dem steuerlichen BV-Vergleich das nach den handelsrechtlichen GoB auszuweisende BV zugrunde zu legen, auf Gewerbetreibende (i. S. d. § 15 Abs. 1 Nr. 1 EStG), die aufgrund gesetzlicher Vorschriften handelsrechtlich und gem. § 140 AO regelmäßig zugleich derivativ steuerrechtlich buchführungs- und bilanzierungspflichtig sind bzw. deren Buchführungs- und Bilanzierungspflicht gem. § 141 AO originär steuerrechtlich besteht. Darüber hinaus werden explizit freiwillig buchführende Gewerbetreibende adressiert.

 

Rn. 32

Stand: EL 22 – ET: 03/2016

Anders als § 5 Abs. 1 EStG enthält § 4 Abs. 1 EStG als Grundlage für die steuerbilanzielle Gewinnermittlung freiwillig buchführender selbständig Tätiger sowie der Land- und Forstwirte keinen ausdrücklichen Verweis auf die handelsrechtlichen GoB. Gleichwohl hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass auch für den steuerlichen BV-Vergleich nach § 4 Abs. 1 EStG die handelsrechtlichen GoB gelten (Pickert, M. 1989, S. 374; Kraft, C./Kraft, G. 1992, S. 2469; Winnefeld, R. 2015, Kap. L, Rn. 177; Kanzler 2015, Vor §§ 4 – 7 EStG, Rn. 23; Briesemeister, S. 2014, Rn. 66; Anzinger 2015, § 5 EStG, Rn. 70, jeweils m. w. N.). Dass der BV-Vergleich nach § 4 Abs. 1 EStG GoB-gestützt zu erfolgen hat, ergibt sich bereits aus § 4 Abs. 2 EStG; die insoweit adressierten allg. GoB werden nach Maßgabe des Grundsatzes der Gleichmäßigkeit der Besteuerung (vgl. BFH-Urt. v. 06.12.1983, VIII R 110/79, BStBl. II 1984, S. 227) durch die in § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG in Bezug genommenen handelsrechtliche GoB konkretisiert (vgl. z. B. BFH-Urt. v. 27.11.1997,IV R 95/96, BStBl. II 1998, S. 375BFH-Beschl. v. 02.03.2004, III B 114/03, BFH/NV 2004, S. 1109; Lang, J. 1981, S. 61 f.; Prinz, U. 2011, S. 146). Ebenso folgt die Relevanz handelsrechtlicher GoB auch bei originärer steuerlicher Buchführungspflicht aus der Anordnung des § 141 Abs. 1 Satz 2 AO, die §§ 238, 240, 241, 242 Abs. 1 sowie die §§ 243 – 256 sinngem. anzuwenden, soweit sich nicht aus den Steuergesetzen etwas anderes ergibt. Folgerichtig gelten auch die Bestimmungen des § 5 Abs. 2 ff. EStG gleichermaßen für die Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG (vgl. BFH-Urt. v. 08.11.1979, IV R 145/77, BStBl. II 1980, S. 146; BFH-Urt. v. 06.12.1983, VIII R 110/79, BStBl. II 1984, S. 227; Wassermeyer, F. 1991, S. 42; Kanzler, H.-J. 1998, S. 421; Anzinger 2015, § 5 EStG, Rn. 71, jeweils m. w. N.; a. A. Bordewin, A. 1998, S. 230).

 

Rn. 33-35

Stand: EL 22 – ET: 03/2016

vorläufig frei

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Küting, Handbuch der Rechnungslegung - Einzelabschluss (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Küting, Handbuch der Rechnungslegung - Einzelabschluss (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge