Küting/Weber, Handbuch der ... / I. Entstehungsgeschichte des § 249
 

Rn. 1

Stand: EL 06 – ET: 06/2010

I. R. d. Ansatzvorschriften zum JA kommt den Rückstellungen eine wesentliche Bedeutung zu. § 249 fußt auf Art. 20 der 4. EG-R. Dieser lautet:

(1) ›Als Rückstellungen sind ihrer Eigenart nach genau umschriebene Verluste oder Verbindlichkeiten auszuweisen, die am Bilanzstichtag wahrscheinlich oder sicher, aber hinsichtlich ihrer Höhe oder dem Zeitpunkt ihres Eintritts unbestimmt sind.
(2) Die Mitgliedstaaten können außerdem die Bildung von Rückstellungen für ihrer Eigenart nach genau umschriebene, dem Geschäftsjahr oder einem früheren Geschäftsjahr zuzuordnende Aufwendungen zulassen, die am Bilanzstichtag als wahrscheinlich oder sicher, aber hinsichtlich ihrer Höhe oder dem Zeitpunkt ihres Eintritts unbestimmt sind.
(3) Rückstellungen dürfen keine Wertberichtigungen zu Aktivposten darstellen.‹
 

Rn. 2

Stand: EL 06 – ET: 06/2010

Im ursprünglichen Gesetzentwurf der Bundesregierung (vgl. BT-Drucks. 10/317) war von dem Wahlrecht des Abs. 2 hinsichtlich der Zulassung von Aufwandsrückstellungen nur teilw. Gebrauch gemacht worden, während der Gesetzentwurf vom 29.03.1985 vom Unterausschuss des Rechtsausschusses des Bundestags die Aufwandsrückstellungen noch stärker (nämlich auf Rückstellungen für Großreparaturen) beschränkte. In der endgültigen Fassung fehlte diese Einschränkung jedoch, so dass – entspr. Art. 20 Abs. 2 der 4. EG-R – der Kaufmann Vorsorge treffen konnte für konkrete künftige Aufwendungen, die diesem oder einem früheren GJ zuzuordnen waren und denen er sich nicht entziehen konnte.

 

Rn. 3

Stand: EL 06 – ET: 06/2010

Daneben war für Pensionsrückstellungen ursprünglich die Übernahme des früheren Wahlrechts vorgesehen (vgl. § 250 Abs. 3 HGB-E); die endgültige Fassung enthält stattdessen für Zusagen ab dem 01.01.1987 eine Passivierungspflicht (vgl. § 249 Abs. 1 Satz 1 i. V. m. Art. 28 EGHGB; vgl. auch BT-Drucks. 10/4268, S. 98).

 

Rn. 4

Stand: EL 06 – ET: 06/2010

§ 249 ersetzt den alten und mit Umsetzung des BiRiLiG aufgehobenen § 152 Abs. 7 AktG 1965. Die wesentlichen Unterschiede lagen in der erweiterten Zulassung von Aufwandsrückstellungen sowie in der Präzisierung, ob für bestimmte Rückstellungen ein Wahlrecht oder eine Passivierungspflicht besteht; hierdurch änderte sich die Rechtslage bei den Pensionsrückstellungen und den Rückstellungen für unterlassene Reparaturen, die innerhalb von drei Monaten nachgeholt werden.

 

Rn. 4a

Stand: EL 06 – ET: 06/2010

Mit dem Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) v. 25.05.2009 (BGBl. 2009, S. 1102 ff.) wurde Abs. 2 wieder aufgehoben, sowie die Zulässigkeit der Rückstellung für unterlassene Reparaturen beschränkt auf Fälle mit Nachholung innerhalb von drei Monaten.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Küting, Handbuch der Rechnungslegung - Einzelabschluss (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Küting, Handbuch der Rechnungslegung - Einzelabschluss (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge