Küting/Weber, Handbuch der ... / h) Umschreibung der Größenklassen (§ 267 HGB)
 

Rn. 300

Stand: EL 20 – ET: 05/2015

Die in § 267 HGB geregelten Schwellenwerte werden im Rahmen des BilRUG auf die nach EU-Vorgaben maximalen Werte angehoben (vgl. Müller, S./Stawinoga, M. 2014, S. 2411 ff.; Theile, C. 2014, S. 919 f.). Hierdurch ergeben sich Entlastungen für kleine und mittelgroße UN. Die Schwellenwerterhöhung ist im Besonderen für derzeit noch als "mittel" einzustufende KapG relevant, sofern diese bei Anwendung der erhöhten Schwellenwerte als "klein" einzustufen sind. Damit entfällt dann für diese UN künftig bspw. die Verpflichtung zur Erstellung eines Lageberichts; ebenso sind die UN als kleine KapG nicht mehr prüfungspflichtig.

 

Rn. 301

Stand: EL 20 – ET: 05/2015

Durch die Erhöhung sind zukünftig folgende Schwellenwerte für die Einordnung maßgeblich (modifiziert entnommen aus Zwirner, C. 2015, S. 376):

 
  Kleine KapG Mittelgroße KapG
Bilanzsumme (in EUR) ≤ 6.000.000 ≤ 20.000.000
UE (in EUR) ≤ 12.000.000 ≤ 40.000.000
AN ≤ 50 ≤ 250

Übersicht: Größenklassen nach § 267 HGB-E

 

Rn. 302

Stand: EL 20 – ET: 05/2015

Die erstmalige Anwendung des geänderten § 267 HGB-E kann erstmals für JA und Lageberichte für das nach dem 31.12.2013 beginnende GJ erfolgen (Wahlrecht!), wobei die erhöhten Schwellenwerte für die Größeneinordnung der Gesellschaft auch rückwirkend auf das Vorjahr anzuwenden sind. Maßgebend für die Einstufung in die jeweilige Größenklasse sind die Summen von zwei aufeinander folgenden GJ, wobei zwei der drei Merkmale zutreffend sein müssen (§ 267 Abs. 4 HGB). Im Falle eines Formwechsels finden die Ausführungen zu § 267 Abs. 4 Satz 2 HGB zur Anwendung der Schwellenwerte bei Neugründungen etc. keine Anwendung (§ 267 Abs. 4 Satz 3 HGB-E). Dies gilt zumindest dann, wenn die formwechselnde Gesellschaft eine KapG oder PersG i. S. des § 264a Abs. 1 HGB-E ist.

 

Rn. 303

Stand: EL 20 – ET: 05/2015

Zu beachten ist, dass mit § 267 Abs. 4a HGB-E klargestellt wird, dass sich die Bilanzsumme aus den Posten A bis E des § 266 Abs. 2 HGB zusammensetzt:

- ›Anlagevermögen‹ (A),
- ›Umlaufvermögen‹ (B),
- ›Rechnungsabgrenzungsposten‹ (C)
- ›Aktive latente Steuern‹ (D)
- ›Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung‹ (E).

Ein auf der Aktivseite ausgewiesener nicht durch EK gedeckter Fehlbetrag wird nicht in die Bilanzsumme einbezogen.

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