Küting/Weber, Handbuch der ... / E. Hinweise auf entsprechende Normen der internationalen Rechnungslegung
 

Rn. 121

Stand: EL 13 – ET: 12/2011

Im Unterschied zu der deutschen Auslegungssystematik ist die internationale RL bei der Suche nach Lösungen für die Abbildung von nicht-geregelten Bereichen und der Auslegung von unbestimmten Rechtsbegriffen stärker dem einzelfallorientierten ›case law‹ verhaftet.

 

Rn. 122

Stand: EL 13 – ET: 12/2011

Die IFRS kennen bisher kein den GoB entsprechendes Normensystem. Die konzeptionellen Grundlagen und die wesentlichen Prinzipien sollen künftig umfassend in dem in Entwicklung befindlichen IFRS-Rahmenkonzept geregelt werden. Dieses Rahmenkonzept enthält aber im Unterschied zum GoB-System des HGB keine von den Unternehmen konkret anzuwendenden Rechnungslegungsregeln, sondern soll nur eine Deduktionsgrundlage sein, auf deren Basis ungeregelte Rechnungslegungsfragen gelöst werden, neue Standards entwickelt und bestehende Standards überarbeitet werden sollen. Neben dem IFRS-Rahmenkonzept finden sich IFRS-Regelungen mit allgemeinem Charakter auch in IAS 1, in dem die allgemeinen Merkmale von Abschlüssen festgelegt werden (IAS 1.15 – 46).

 

Rn. 123

Stand: EL 13 – ET: 12/2011

Im IFRS-Rahmenkonzept lassen sich derzeit die allgemeinen und die ergänzenden Rechnungslegungsgrundsätze unterscheiden. Zu den allgemeinen Rechnungslegungsgrundsätzen, die im bereits überarbeiteten Teil des IFRS-Rahmenkonzepts festgelegt sind (vgl. CF.QC4 – QC39) gehören nach der IFRS-Systematik die Fundamentalgrundsätze, die Erweiterungsgrundsätze sowie die Nebenbedingung der Kostenbegrenzung. Die Fundamentalgrundsätze umfassen dabei die Anforderung der Relevanz und der glaubwürdigen Darstellung, während zu den Erweiterungsgrundsätzen die Gebote der Vergleichbarkeit, der Nachprüfbarkeit, der Zeitnähe und der Verständlichkeit gehören (vgl. dazu näher Baetge, J./Kirsch, H.-J./Thiele, S. (2010), ­S. 145 – 148). Die Fundamentalgrundsätze regeln damit – ähnlich wie die Rahmengrundsätze des GoB-Systems – die grundsätzlichen Anforderungen an die Informationsvermittlung durch Abschlüsse und betreffen keine materiellen Fragen der Abschlusserstellung. Letztere sind in vergleichsweise rudimentärer Form Gegenstand der im IFRS-Rahmenkonzept (CF 4.1-CF 4.65) definierten ergänzenden Rechnungslegungsgrundsätze, welche die folgenden Einzelgrundsätze umfassen:

- die Basisannahme der Unternehmensfortführung,
- die Ansatzgrundsätze,
- die Bewertungsgrundsätze,
- die Kapitalerhaltungsgrundsätze,
- den Grundsatz der Klarheit und der Übersichtlichkeit,
- den Grundsatz der Einzelbewertung,
- das Stichtagsprinzip und
- den Saldierungsgrundsatz.

Die Überarbeitung der ergänzenden Rechnungslegungsgrundsätze durch das neue umfassende IFRS-Rahmenkonzept steht noch aus, sodass die genannten ergänzenden Rechnungslegungsgrundsätze nicht immer im inhaltlichen Einklang mit den konkreten Standards stehen. Besonders deutlich wird dies bei den Bewertungsgrundsätzen, die verschiedene Wertmaßstäbe definieren, die in den Einzelstandards nicht (mehr) aufgegriffen werden.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Küting, Handbuch der Rechnungslegung - Einzelabschluss (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Küting, Handbuch der Rechnungslegung - Einzelabschluss (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge