Küting/Weber, Handbuch der ... / e) Erweiterung der Angaben im Prüfungsbericht (§ 321)
 

Rn. 77

Stand: EL 01 – ET: 09/2005

Die Vorschrift des § 321 hat zwei Änderungen erfahren, die jeweils auf GJ Anwendung finden, die nach dem 31.12.2004 beginnen. Die Ergänzung des § 321 Abs. 2 Satz 3 stellt grds. nur eine Folgeänderung dar, die sich vorrangig aus der Pflicht bzw. der Möglichkeit zur RL nach den IFRS ergibt (vgl. HdR-E, Vor Kap 1, Rn. 47), so dass im Prüfungsbericht bzgl. der Aussage des AP zum "true and fair view" (Stellungnahme zur Gesamtaussage) künftig anstelle eines Verweises auf die Vorschriften des HGB auf die zugrunde liegenden "sonstigen maßgeblichen Rechnungslegungsstandards" verwiesen werden muss. Hierbei darf jedoch nicht verkannt werden, dass Satz 3 im inneren Zusammenhang mit § 321 Abs. 2 Satz 4 und 5 steht, so dass diese formale Änderung materielle Auswirkungen auf die Berichterstattung über die wesentlichen Bewertungsgrundlagen und ihrer Änderungen (vgl. § 321 Abs. 2 Satz 4) sowie die diesbzgl. Aufgliederungs- und Erläuterungspflicht (vgl. § 321 Abs. 2 Satz 5) hat. Daher besteht für den AP künftig nur insoweit eine Berichtspflicht, als die wesentlichen Auswirkungen von Änderungen oder sachverhaltsgestaltenden Maßnahmen nicht bereits aus der RL selbst ersichtlich werden. Insbes. i. R. d. rein deskriptiven Ausführungen zu den Bewertungsgrundlagen kann ein Hinweis auf entspr. Anh.-Angaben sachgerecht sein, sofern dies nicht zu Lasten der Klarheit der Berichtsinhalte geht (vgl. IDW PS 450, Rn. 86 f., 89 und 92). Infolge der deutlich umfangreicheren Angaben (sog. "disclosures"), die nach den IFRS gefordert werden, ist davon auszugehen, dass die nach § 321 Abs. 2 geforderte Berichterstattung im Prüfungsbericht zu einem IFRS-Abschluss gegenüber einem HGB-Abschluss einen deutlich geringeren Umfang einnehmen wird, zumal auch nach berufsständischen Grundsätzen bloße Wiederholungen zu vermeiden sind (vgl. zum Inhalt des Prüfungsberichts im Falle einer RL nach den IFRS Kuhner/Pässler, HdR-E, HGB § 321, Rn. 99 ff.).

 

Rn. 78

Stand: EL 01 – ET: 09/2005

Nach § 321 Abs. 3 Satz 2 ist in dem bes. Abschnitt des Prüfungsberichts zu Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung künftig auch auf die angewandten RL- und Prüfungsgrundsätze einzugehen. Hierbei handelt es sich um eine gesetzgeberische Klarstellung, die bereits nach berufsständischen Grundsätzen gute Übung ist. Die nunmehr explizite Forderung zur Angabe der Prüfungs- und RL-Grundsätze stellt keine Änderung der bisherigen Berichterstattungspflichten entspr. den berufsständischen Grundsätzen des IDW PS 450 dar. Insbes. kann aus der Wortwahl "Rechnungslegungs- und Prüfungsgrundsätze" keine Einschränkung gegenüber der in IDW PS 450 geforderten Berichterstattung über die "Rechnungslegungsvorschriften" bzw. die "Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung" abgeleitet werden. Es handelt sich folglich nur um eine gesetzgeberische Klarstellung. Fragwürdig ist indes, aus welchen Gründen der Gesetzgeber neuerlich partiell Einzelregelungen aus berufsständischen Standards übernimmt, die dort Bestandteil eines umfassenden und in sich geschlossenen Berichtskonzepts sind.

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