Küting/Weber, Handbuch der ... / e) Auffangpositionen
 

Rn. 546

Stand: EL 15 – ET: 11/2012

Ein hoher Grad an Standardisierung bildet die Voraussetzung zur Durchführung von automatisierten Prüfungen. Dies führt jedoch z. T. zu erheblichen Eingriffen in das Buchungsverhalten. Diesen Umstand sollen die in der Taxonomie eingefügten Auffangpositionen, welche durch die Formulierung "nicht zuordenbar" und teilw. auch "ohne Zuordnung" erkennbar sind, verhindern (vgl. BMF 2011a, Rn. 19). Beispielhaft können die Positionen "Übrige Grundstücke, nicht zuordenbar" und "Umsatzerlöse ohne Zuordnung nach Umsatzsteuertatbeständen" genannt werden. Auffangpositionen waren in der Taxonomie ursprünglich nicht vorgesehen. Mit dem Einfügen dieser Positionen ist die Finanzverwaltung den in der Fach-AG Taxonomie Steuer geäußerten und i. R. d. Pilotierung bestätigten Wünschen der Wirtschaft nachgekommen (vgl. Bericht über die Auswertung der Pilotphase, S. 20f.).

Die Nutzung dieser Positionen ist zulässig, sofern der Stpfl. die durch Mussfelder vorgegebene Differenzierung nicht aus der Bufü ableiten kann (vgl. FAQ zur E-Bilanz v. 15.06.2012, S. 11). Eine durch Mussfelder vorgegebene Differenzierung einer Position darf jedoch durch die Nutzung der Auffangpositionen nicht umgangen werden, da die Mitwirkungspflichten des Stpfl. uneingeschränkt auch für die E-Bilanz gelten (vgl. BMF 2010, Rn. 2). Sofern die entspr. Werte vorhanden sind, besteht insofern zwischen der Nutzung der einschlägigen Datenfelder und der Auffangposition kein Wahlrecht, d. h. das Mussfeld geht stets der Auffangposition vor (vgl. FAQ zur E-Bilanz v. 15.06.2012, S. 11; Schumann, J./Arnold, A. 2011, S. 234). Lässt sich somit die vorgeschriebene Differenzierung – nach Mussfeldern (ggf. mit Kontennachweis) und rechnerisch notwendigen Positionen – nicht aus der Bufü ableiten, dürfen die Konten der Auffangposition zugeordnet und das Mussfeld "leer" übermittelt werden. Im Falle der Position "Umsatzerlöse (GKV)" bedeutet dies bei Beschränkung der Ableitbarkeit auf das Hauptbuch, dass die Mussfelder für die einzelnen Umsatzsteuertatbestände nur dann befüllt werden müssen, wenn sich der Wert aus den Konten ergibt, wie z. B. bei Sachverhalten nach § 13b UStG, für welche i. d. R. separate Konten geführt werden. Die Pflicht zur Auswertung von Buchungsschlüsseln besteht u.[bsol]s8E. nicht (vgl. HdR-E, Kap 6, Rn. 552).

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