Küting/Weber, Handbuch der ... / d) Rechnerisch notwendige Positionen
 

Rn. 545

Stand: EL 15 – ET: 11/2012

Die Bilanz und die GuV sind in der Taxonomie hierarchisch aufgebaut. Die Beziehungen der einzelnen Positionen zueinander werden durch rechnerische Verknüpfungen dargestellt, die den veröffentlichten Datensatzbeschreibungen zu entnehmen sind (vgl. BMF 2011a, Rn. 14). Die Prüfung der rechnerischen Richtigkeit des Datensatzes bildet einen Bestandteil der clientseitigen Prüfungen und damit eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Übermittlung. Datensätze, die den stl. Rechenregeln nicht genügen, werden zurückgewiesen und gelten als nicht abgegeben. Bei Einreichung der HB erfolgt eine doppelte Prüfung der rechnerischen Richtigkeit. Maßgebend hierfür sind in beiden Fällen die in der "Calculation Linkbase" der Taxonomie hinterlegten stl. Rechenregeln (vgl. HdR-E, Kap 6, Rn. 523). Zum einen wird die rechnerische Richtigkeit der HB, zum anderen die rechnerische Richtigkeit der aus der HB und Überleitungsrechnung erzeugten "fiktiven StB" geprüft. In der folgenden Übersicht wird beispielhaft die Rechenregel der Position "Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks" dargestellt:

Übersicht: Darstellung der Rechenregel

Sobald auf einer Gliederungsebene mind. ein Mussfeld existiert (vgl. hierzu beispielhaft den Aufbau der Position "Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks"), werden zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit der Oberposition alle ebenfalls auf dieser Gliederungsebene liegenden und rechnerisch verknüpften Positionen als "rechnerisch notwendig, soweit vorhanden" gekennzeichnet. Eine Ausnahme besteht lediglich für Davon-Positionen, die zwar einen inhaltlichen Bestandteil der übergeordneten Position bilden, jedoch nicht rechnerisch verknüpft sind. Im Gegensatz zu Mussfeldern und Summenmussfeldern, die stets verbindlich zu übermitteln sind, müssen rechnerisch notwendige Positionen nur dann übermittelt werden, wenn ohne diese die Rechenregel der Oberposition verletzt würde. Die Pflicht zur elektronischen Übermittlung dieser Positionen greift insofern nur, wenn diese einen Wert ungleich NIL besitzen. Fraglich erscheint, ob der Anspruch auf rechnerische Richtigkeit des Datensatzes grds. ausreicht, um eine Ausweitung der Übermittlungspflicht auf Positionen, die über den in § 5b EStG i. V. m. § 51 Abs. 4 Nr. 1b EStG definierten Mindestumfang hinausgehen, vorzunehmen.

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