Küting/Weber, Handbuch der ... / cc) Vorgehensweise zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts (§ 285 Satz 3 bis 5)
 

Rn. 18

Stand: EL 01 – ET: 09/2005

In Ergänzung zu den Anh.-Angaben nach § 284 werden in § 285 Satz 3 bis 5 Vorgehensweisen zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten angegeben. Prinzipiell werden dabei drei Alternativen zur Ermittlung bzw. Bestimmung des Zeitwerts unterschieden:

- Der Zeitwert entspricht dem Marktwert, sofern ein solcher ohne weiteres verlässlich bestimmbar ist.
- Der Zeitwert wird aus den Marktwerten der einzelnen Bestandteile des Finanzinstruments oder aus dem Marktwert eines gleichwertigen Finanzinstruments abgeleitet.
- Der Zeitwert wird mittels allg. anerkannter Bewertungsmodelle und -methoden bestimmt, sofern diese eine angemessene Annäherung an den Marktwert gewährleisten.
 

Rn. 19

Stand: EL 01 – ET: 09/2005

Die Reihenfolge der Aufzählung entspricht der Priorität der Anwendung, die der Gesetzgeber dieser beimisst (vgl. zu einer schematischen Darstellung des Bewertungsverfahrens Heuser, P. J./Theile, C. 2005, S. 203). D. h., dass grds. immer der Marktwert als beizulegender Wert anzugeben ist. Als verlässlich feststellbarer Marktwert ist ein vorhandener Börsen- oder Marktpreis anzusehen. Nur in dem Fall des Nichtvorliegens ist der beizulegende Wert aus dem Marktwert der Teilbestandtteile bzw. im dritten Fall durch ein allg. anerkanntes ­Bewertungsmodell abzuleiten. Anerkannte Bewertungsmodelle stellen Analysen diskontierter Cashflows (z. B. DCF-Methode), Ertragswertverfahren oder Optionspreismodelle (z. B. Black/Scholes, Binomialmodell oder Cox/Ross/Rubinstein) dar.

Unklar bleibt die Einschränkung des Gesetzgebers in Bezug auf die Bewertungsmodelle. Diese seien gem. § 285 Satz 4 nur anzuwenden, "sofern diese eine angemessene Annäherung an den Marktwert gewährleisten". Diese Formulierung kann der Gesetzgeber nicht auf den konkreten Einzelfall gemünzt haben, da per gesetzl. Definition die Bewertungsmodelle nur zum Ansatz gelangen, wenn gerade dieser Marktwert nicht bestimmbar ist. Damit muss das Bewertungsmodell lediglich sicherstellen, dass im Normalfall mit diesem allg. anerkannten Verfahren ein Marktwert ermittelt wird.

Bei Verwendung von Bewertungsmodellen sind die tragenden Annahmen im Anh. anzugeben. Sofern der beizulegende Zeitwert nicht ermittelt werden kann, sind die Gründe hierfür zu nennen.

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