Küting/Weber, Handbuch der ... / cc) Freiwillig einzureichende Bestandteile
 

Rn. 541

Stand: EL 15 – ET: 11/2012

Neben den Pflichtbestandteilen gem. § 5b EStG kann der Stpfl. folgende Berichtsbestand­teile freiwillig übermitteln:

(1) Haftungsverhältnisse;
(2) EK-Spiegel;
(3) Kapitalflussrechnung;
(4) Anh. inkl. Anlagespiegel;
(5) Lagebericht.

Insbes. der Anlagespiegel, der innerhalb des Berichtsbestandteils "Anhang" angesiedelt ist, wird von der Finanzverwaltung i. d. R. benötigt, jedoch besteht für jenen – Ausweis als Bestandteil der Bilanz oder des Anh. (vgl. § 268 Abs. 2 Satz 1) – derzeit keine Übermittlungspflicht (vgl. BMF 2011a, Rn. 23 i. V. m. Anlage zu Rn. 11; FAQ zur E-Bilanz v. 15.06.2012, S. 10). Entscheidet sich der Stpfl. i. R. seiner Mitwirkungspflichten zur elektronischen Übermittlung des Anlagespiegels als Bestandteil des Anhangs, so muss die Übermittlung nach dem im Berichtsbestandteil "Anhang" hinterlegten Schema für den Anlagespiegel erfolgen (vgl. FAQ zur E-Bilanz v. 15.06.2012, S. 10). Der Anlagespiegel kann nach der "Brutto­methode", der "Bruttomethode in Kurzform" oder der "Nettomethode" aufgestellt werden (vgl. Technischer Leitfaden zur Verwendung der HGB-Taxonomie 5.1, Tz. 12.9, S. 47). Medienbrüche lassen sich nur vermeiden, wenn der Stpfl. von der Möglichkeit der freiwilligen Übermittlung Gebrauch macht. In diesem Fall besteht zudem eine Vereinfachungsregel hinsichtlich der Übermittlung der Positionen unterhalb der Position "Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen" in der GuV. Da sich die Angaben aus dem elektronischen Anlagespiegel ergeben, ist es ausreichend, die Position "Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen" werthaltig und sämtliche darunterliegenden Positionen mit dem NIL-Wert zu übermitteln (vgl. BMF 2011a, Rn. 23). Sofern der Stpfl. den Anlagespiegel nicht auf elektronischem Wege übermittelt, muss er diesen, sofern von der Finanzverwaltung gefordert, in Papierform einreichen und in der GuV auch die unterhalb der Position "Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen" liegenden Mussfelder werthaltig übermitteln. Da der Anlagespiegel regelmäßig von der Finanzverwaltung benötigt wird, ist zu erwarten, dass dieser in naher Zukunft Gegenstand einer Ausdehnung der Übermittlungspflicht gem. § 5b EStG sein wird. Gleiches gilt auch für die nach § 5 Abs. 1 Sätze 2 und 3 EStG zu führenden Verzeichnisse im Kontext des Wegfalls der umgekehrten Maßgeblichkeit, für welche derzeit ebenfalls keine Übermittlungspflicht besteht (zu den Aufzeichnungspflichten im Einzelnen, vgl. Richter, L. 2010, S. 510f.).

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