Küting/Weber, Handbuch der ... / bb) Verlautbarungen und sonstige Aktivitäten
 

Rn. 207

Stand: EL 00 – ET: 03/2004

Die IFAC ist in erster Linie mit der Erarbeitung von Prüfungsrichtlinien betraut. Das International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB), die Nachfolgeorganisation des International Auditing Practices Committee (IAPC) hat diesbzgl. diverse, endgültige Standards erlassen (vgl. Arpan, J. A./Radebaugh, L. H. 1985, S. 356 f.). Das Education Committee hat zehn Leitsätze und das Ethics Committee einen ethischen Kodex für Accountants verabschiedet. Darüber hinaus sei auf die Statements on International Management Accounting des Financial and Management Accounting Committee sowie auf die Guidelines und Studien des Public Sector Committee hingewiesen (vgl. zur Veröffentlichungsliste des IAASB HdR-E, Kap 1, Rn. 210).

 

Rn. 208

Stand: EL 00 – ET: 03/2004

Dem IAASB wird in der Gruppe der Fachausschüsse eine herausragende Rolle zuteil. Es ist einerseits das einzige IFAC-Gremium, das als internationaler Standard Setter agiert, und kann andererseits eigenständig, d. h. ohne Billigung durch den Rat, endgültige Verlautbarungen veröffentlichen. Diese Position wird durch den Status als › ›senior‹ IFAC Committee‹ (Choi, F. D. S./Mueller, G. G. 1992, S. 378) unterstrichen. Ferner übersteigt die Anzahl der Verlautbarungen die der anderen Ausschüsse bei weitem. Die vom IAASB erlassenen Leitsätze – das IAASB bezeichnete bis 1991 seine Verlautbarungen nicht als Standards (ISA), sondern als Guidelines (IAG) – binden die jeweiligen Mitgliedsorganisationen des IFAC, ohne jedoch die lokalen Prüfungsrichtlinien zu ersetzen (vgl. Choi, F. D. S./Mueller, G. G. 1992, S. 378 f.; IFAC 1977, sec. 9, S. 4 f.). Das IDW hat dieser Entwicklung durch die Überarbeitung seiner Fachgutachten Rechnung getragen (vgl. Schülen, W. 1989, S. 1 f.). Im Jahr 1998 hat das IDW zudem begonnen, die bisherigen nicht systematisch geordneten Fachgutachten in ein System von Prüfungsstandards und diese erläuternde Prüfungshinweise zu transformieren. Diese Transformation ist annähernd abgeschlossen. Sofern die lokalen Prüfungsrichtlinien von den IASB-Guidelines abweichen oder sogar in Konflikt zu ihnen stehen, haben die Mitgliedsorganisationen entspr. der Satzung ihren Verpflichtungen bzgl. der Guidelines nachzukommen. Dies bedeutet im konkreten Fall, dass die Mitgliedsorganisation die Abweichungen detailliert darzustellen und die Gründe der Guideline-Abweichung zu veröffentlichen hat (vgl. Choi, F. D. S./Mueller, G. G. 1992, S. 379). Diese Verpflichtung trifft auf Verlautbarungen sowohl der IFAC als auch des IASB zu (vgl. HdR-E, Kap 1, Rn. 168). Weiterreichende Auflagen sowie insbes. Sanktionsmöglichkeiten bei Nichteinhaltung der eingegangenen Verpflichtungen aus der Mitgliedschaft stehen beiden Organisationen nicht zu.

 

Rn. 209

Stand: EL 00 – ET: 03/2004

Die IASB-Leitsätze sind auf alle Abschlussprüfungen anzuwenden, in denen der Prüfer unabhängig agiert: ›that is, in the independent examination of financial information of any entity, whether profit oriented or not, and irrespective of its size, legal form, when such an examination is conducted with a view to expressing an opinion thereon‹ (IFAC 1977, sec. 9, S. 5). Die ebenfalls vom IAASB veröffentlichten International Auditing Practice Statements (IAPS) dienen demgegenüber der praktischen Unterstützung des Prüfers bei der Anwendung der ISA. Sie verpflichten die Mitglieder nicht, sondern haben erläuternden Charakter. Mit Wirkung vom 10.07.1991 hat das IAPC der Umbenennung aller Auditing and Related Guidelines in Standards zugestimmt (vgl. IFAC 1977, sec. 9, S. ii).

 

Rn. 210

Stand: EL 00 – ET: 03/2004

Bislang hat das IAASB 37 International Standards on Auditing und acht International Auditing Practice Statements verabschiedet. Die ISA folgen einer bestimmten Systematik, die in der nachfolgenden Tabelle dargestellt ist:

 
ISA ­100 – 199 Introductory Matters
ISA 100 Assurance Engagements
ISA 120 Framework of ISAs
ISA ­200 – 299 Responsibilities
ISA 200 Objectives and General Principles Governing an Audit of Financial Statements
ISA 210 Terms of Audit Engagements
ISA 220 Quality Control for Audit Work
ISA 230 Documentation
ISA 240 Fraud and Error
ISA 250 Consideration of Laws and Regulations in an Audit of Financial Statements
ISA 260 Communications of Audit Matters with those charged with ­Governance
ISA ­300 – 399 Planning
ISA 300 Planning
ISA 310 Knowledge of the Business
ISA 320 Audit Materiality
ISA ­400 – 499 Internal Control
ISA 400 Risk Assessment and Internal Control
ISA 401 Auditing in a Computer Information Systems Environment
ISA 402 Audit Considerations Relating to Entities Using Service ­Organizations
ISA ­500 – 599 Audit Evidence
ISA 500 Audit Evidence
ISA 501 Audit Evidence – Additional Considerations for Specific Items
ISA 505 External Confirmations
ISA 510 Initial Engagements – Opening Balances
ISA 520 Analytical Procedures
ISA 530 Audit Sampling and Other Selective Testing Procedures
ISA 540 Audit of Accounting Estimates
ISA 550 Related Parties
ISA 560 Subsequent Event...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Küting, Handbuch der Rechnungslegung - Einzelabschluss (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Küting, Handbuch der Rechnungslegung - Einzelabschluss (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge