Küting/Weber, Handbuch der ... / bb) Gründung und Zielsetzung der FEE
 

Rn. 229

Stand: EL 00 – ET: 03/2004

Im Dezember 1986 wurde durch die Zusammenführung der UEC und der Groupe d'Etudes des Experts Comptables de la C. E. E. (vgl. Havermann, H. 1989, Sp. 1798) die FEE gegründet, die ihre Tätigkeit mit Wirkung vom 01.01.1987 aufnahm (vgl. Nordemann, H. H. J. 1989, S. 671; s. a. FEE 2002, S. 1). I. W. durch das im Weißbuch (vgl. Kommission der Europäischen Gemeinschaften 1985) fixierte Datum der Vollendung des Europäischen Binnenmarkts ausgelöst, resultierte die Gründung der FEE aus folgenden Ursachen (vgl. Nordemann, H. H. J. 1989, S. 672):

(1) der Interessenbündelung des europäischen Berufsstands mittels der Vertretung durch eine (starke) Stimme;
(2) der optimalen Nutzung der begrenzten Ressourcen;
(3) der strukturellen Verbesserung des europäischen Berufsverbands sowie der Neuorientierung in Folge veränderter Umweltbedingungen.

An anderer Stelle würdigt der ehemalige FEE-Präsident die Gründungsursachen ergänzend wie folgt: ›As the pace of European integration quickened, and the number of EC member states grew, the rationale for having two separate representative bodies came into question, at a time when the professions' need to speak with one strong voice became greater‹ (Nordemann, H. H. J. 1991, S. 68). Zu den Unterzeichnern der Satzung vom 18.12.1990 zählten 32 Berufsorganisationen aus 20 europäischen Ländern (vgl. FEE 1990, Note I und II):

 

Rn. 230

Stand: EL 00 – ET: 03/2004

Derzeit repräsentiert die FEE etwa 500.000 Einzelmitglieder aus 41 Berufsorganisationen in 29 Staaten Europas. Dabei rekrutiert sich die Mehrheit der Mitglieder aus den Staaten der EU: Neben neuen aktuellen EU-Kandidaten sind sämtliche 15 Mitgliedstaaten der EU in der FEE vertreten, so dass bereits vor der im Jahr 2004 anstehenden EU-Erweiterung ca. 94 v. H. der Mitglieder aus dem Gebiet der EU stammen (vgl. FEE 2002, S. 1). Die BRD wird durch das IDW in der FEE vertreten. Obwohl die FEE trotz dieses klaren Übergewichts der EU-Mitglieder den gesamten Berufsstand Europas und nicht nur den der EU-Mitgliedstaaten vertritt, betont Nordemann (H. H. J. 1989, S. 68), ›that it is the Community which has been the motor for change which has transformed the face of Europe. For this reason, EC affairs remain the main focus of FEE's activities for the forseeable future‹.

 

Rn. 231

Stand: EL 00 – ET: 03/2004

Die Leitung der FEE obliegt der Generalversammlung (General Assembly), die ihre regelmäßigen Versammlungen im zweijährigen Turnus hält. Die eigentliche Geschäftsführung liegt dagegen in der Verantwortung des Council, dessen Entscheidungen durch den Exekutiv-Ausschuss auszuführen und durchzusetzen sind. Letzterer stellt sich aus dem Präsidenten der FEE, seinem Stellvertreter und mehreren Vize-Präsidenten zusammen (vgl. FEE 2002, S. 1). Die eigentliche Facharbeit wird allerdings, wie es für alle internationalen Organisationen typisch ist, von verschiedenen Arbeitskreisen (Working Groups und ad-hoc Task Forces) wahrgenommen, die Arbeitspapiere vorbereiten oder Stellungnahmen formulieren. Die Aufgaben der FEE können wie folgt kurz skizziert werden:

Sie soll gegenüber den EU-Institutionen mit einer Stimme für den Berufsstand sprechen. Dieses bezieht sich zum einen auf konkrete Vorentwürfe für Rechtsakte der Gemeinschaft sowie auf Richtlinienvorschläge zu gesellschafts- und steuerrechtl. Fragen und zum anderen auf die Bilanzierungsprobleme, die mittels der europäischen Richtlinien zum Bilanzrecht nicht oder nur unzureichend gelöst wurden. Ferner unterbreitet die FEE selbstständig Vorschläge zu Themenbereichen, die im Geist des Rom-Vertrags stehen, aber dennoch bisher von den EU-Organen nicht diskutiert wurden.

 

Rn. 232

Stand: EL 00 – ET: 03/2004

Satzungsbedingt verfolgt die FEE als ›non-profit association‹ folgende Zielsetzungen (vgl. FEE 1990, Art. 2; s. a. FEE 2002, S. 2):

(1) allg. zugunsten der Verbesserung und Harmonisierung des Rechnungswesens im weitesten Sinne in Europa im privaten wie im öffentlichen Bereich zu arbeiten;
(2) die Kooperation zwischen den einzelnen Berufsverbänden (›professional accountancy bodies‹) in Europa in Bezug auf Verlautbarungen von allg. Interesse im privaten wie im öffentlichen Bereich zu fördern;
(3) den europäischen Berufsstand auf internationaler Ebene zu repräsentieren;
(4) die alleinige repräsentierende und beratende Organisation des europäischen Berufsstands gegenüber den EU-Institutionen zu sein;
(5)

regelmäßige Kongresse und Seminare zu veranstalten, um

(a) den Mitgliedern des europäischen Berufsstands ein Zusammenkommen in einer Umgebung zu ermöglichen, die die Diskussion und den Gedankenaustausch über den Berufsstand erleichtert;
(b) die Aufmerksamkeit der Mitglieder bzgl. Entwicklungen in relevanten Bereichen zu wecken und sie über diese zu informieren.

Die Satzung definiert dabei den Begriff ›Rechnungswesen‹ im weitesten Sinn und subsumiert hierunter ebenfalls alle Fragestellungen der Besteuerung und der juristischen Aspekte, die ein UN betreffen.

Insbes. hinsichtlich der Zielsetzung...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Küting, Handbuch der Rechnungslegung - Einzelabschluss (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Küting, Handbuch der Rechnungslegung - Einzelabschluss (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge