Küting/Weber, Handbuch der ... / b) Treuhandrechnungslegung
 

Rn. 331

Stand: EL 06 – ET: 06/2010

Erfordert der Umfang des Treuhandauftrags eine eigene RL, so bieten sich dem Treuhänder grds. zwei Möglichkeiten an. Treuhänder, die selbst zur Bufü verpflichtet sind (vgl. §§ 1ff.), können im Rahmen ihrer eigenen Bufü einen gesonderten Kontenkreis (Treuhandkreis) anlegen. Sofern Treuhänder selbst keine Bücher führen (insbes. Selbstständige i. S. d. § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG) oder wenn es für die Art und den Umfang der Verwaltung des Treuhandguts zweckmäßig oder erforderlich ist, müssen sie eine eigene Treuhand-Bufü einrichten (vgl. Mathews, K. 1978, S. 20).

aa) Treuhandkreis

 

Rn. 332

Stand: EL 06 – ET: 06/2010

Entschließt sich der Treuhänder, die Geschäftsvorfälle in seiner eigenen Buchhaltung zu berücksichtigen, muss er in verstärktem Maß darauf achten, dass das Treuhandvermögen nicht mit seinem eigenen Vermögen vermischt wird. Als organisatorische Hilfsmittel für eine buchmäßige Trennung können unterschiedliche Belege verwendet werden, die auch durch Anfügen von Zusätzen von den eigenen Belegen unterschieden werden können. Aus den Kontenbezeichnungen muss klar hervorgehen, dass ein Konto zum Treuhandkreis gehört. Die Buchungen für den Treuhandbereich sollten stets getrennt von den Buchungen des eigenen Geschäftsverkehrs durchgeführt werden. Neben der strikten buchhalterischen Trennung ist auch eine Trennung der verwalteten und der eigenen VG notwendig.

bb) Treuhandbuchführung

 

Rn. 333

Stand: EL 06 – ET: 06/2010

Durch den Einsatz von EDV im Rechnungswesen ist es leichter geworden, eine eigene Bufü zur Erfassung der Treuhandgeschäfte zu errichten. V. a. WP und StB sind oft an Service-UN angeschlossen, bei denen praktisch eine unbegrenzte Einrichtung neuer Buchhaltungen ohne hohen Aufwand möglich ist. Dabei kann mit Hilfe dieser UN nicht nur der Zahlungsverkehr erfasst und die Entwicklung des Treuhandvermögens dokumentiert werden, sondern es besteht auch die Möglichkeit, eine betriebswirts. Auswertung anzufügen (vgl. Halb, A. 1984, S. 9ff.). Übernimmt der Treuhänder eine vorhandene Buchhaltung (z. B. bei treuhänderischer Verwaltung eines UN), so muss er diese zunächst auf ihre Ordnungsmäßigkeit hin überprüfen. Stellt er dabei Verstöße gegen die Ordnungsmäßigkeit fest, hat er eine Um- oder Neuorganisation des Rechnungswesens durchzuführen (vgl. BGH-Urt. v. 29.05.1979, DB 1979, S. 1599f.).

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