Küting/Weber, Handbuch der ... / B. Inhalt des Maßgeblichkeitsgrundsatzes
 

Rn. 26

Stand: EL 22 – ET: 03/2016

Der Grundsatz der Maßgeblichkeit der handelsrechtlichen GoB ist nach wie vor tragendes Fundament der steuerlichen Gewinnermittlung. Er ist de lege lata in § 5 Abs. 1 EStG (materielle Maßgeblichkeit) sowie § 5 Abs. 1a Satz 2 EStG (konkrete Maßgeblichkeit für Bewertungseinheiten) wie folgt kodifiziert:

§ 5 Abs. 1 EStG:

"Bei Gewerbetreibenden, die auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind, Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen, oder die ohne eine solche Verpflichtung Bücher führen und regelmäßig Abschlüsse machen, ist für den Schluss des WJ das BV anzusetzen (§ 4 Abs. 1 Satz 1), das nach den handelsrechtlichen GoB auszuweisen ist, es sei denn, im Rahmen der Ausübung eines steuerlichen Wahlrechts wird oder wurde ein anderer Ansatz gewählt. Voraussetzung für die Ausübung steuerlicher Wahlrechte ist, dass die WG, die nicht mit dem handelsrechtlich maßgeblichen Wert in der steuerlichen Gewinnermittlung ausgewiesen werden, in besondere, lfd. zu führende Verzeichnisse aufgenommen werden. In den Verzeichnissen sind der Tag der Anschaffung oder Herstellung, die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, die Vorschrift des ausgeübten steuerlichen Wahlrechts und die vorgenommenen Abschreibungen nachzuweisen."

§ 5 Abs. 1a Satz 2 EStG:

"Die Ergebnisse der in der handelsrechtlichen Rechnungslegung zur Absicherung finanzwirtschaftlicher Risiken gebildeten Bewertungseinheiten sind auch für die steuerliche Gewinnermittlung maßgeblich."

 

Rn. 27

Stand: EL 22 – ET: 03/2016

In der Ausprägung materieller Maßgeblichkeit (vgl. § 5 Abs. 1 EStG) hat der Maßgeblichkeitsgrundsatz Bestand, in der Ausprägung formeller Maßgeblichkeit wurde er dagegen im Zuge des BilMoG aufgegeben. Lediglich in der speziellen Ausprägung konkreter Maßgeblichkeit i. S. d. § 5 Abs. 1a EStG handelsrechtlicher Ergebnisse aus Bewertungseinheiten hat ein verbleibendes Fragment formeller Maßgeblichkeit neben der materiellen Maßgeblichkeit weiterhin Bestand. Die materielle MGB wird über den steuerlichen Wahlrechtsvorbehalt in § 5 Abs. 1 Satz 1 2. Halbs. EStG hinaus in erheblichem Maße dadurch eingeschränkt, dass das Steuerrecht den Unterschieden in den Zielsetzungen von HB und StB respektive fiskalischen Interessen durch ausdrückliche steuerrechtliche Gesetzesvorbehalte, wie die des § 5 Abs. 2 ff. EStG, insbes. den allg. Bewertungsvorbehalt des § 5 Abs. 6 EStG und besondere Grundsätze steuerrechtliche Gewinnermittlung, Rechnung trägt.

 

Rn. 28-30

Stand: EL 22 – ET: 03/2016

vorläufig frei

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