Küting/Weber, Handbuch der ... / b) Fédération Internationale des Bourses de Valeurs (FIBV)
 

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Stand: EL 00 – ET: 03/2004

Neben den Aufsichtsbehörden haben sich die einzelnen Börsen ebenfalls zu einer internationalen Vereinigung, der Fédération Internationale des Bourses de Valeurs (FIBV), zusammengeschlossen. Dieser 1961 gegründeten Organisation gehörten 2003 56 geregelte Kap.-Märkte aus allen Regionen der Welt an, die zusammen über 97 v. H. der Marktkapitalisierung der Welt als auch den überwiegenden Anteil des Börsenhandels in Futures, Optionen, Investmentfonds und Bonds repräsentierten (vgl. http://www.fibv.com/WFE/home.asp?action=document&menu=2, Stand: 01.08.2003).

Die FIBV trägt heute verstärkt ›der Entwicklung der meisten Börsen Rechnung, die sich in einer großen Mehrzahl von klubartigen Monopolen wegbewegen und sich zu ertragsorientierten Dienstleistern in einem zunehmend internationalen Markt entwickeln. Schwerpunkte der Verbandsarbeit sind Fragen der internationalen Regulierung der Wertpapiermärkte sowie die Analyse der gegenwärtigen und künftigen Funktionen der Wertpapierbörsen und ihres Dienstleistungsangebots einschließlich der Kosten- und Ertragsstrukturen‹ (Deutsche Börsen 1993, S. 94). Die ›Market Structure Best Practices‹ der FIBV dienen als ›guidance as to the minimum level of organisation, regulation and supervision a securities market needs to have in order to qualify as organised market‹ (FIBV 2002, S. 2).

 

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Stand: EL 00 – ET: 03/2004

Neben eigenen Aktivitäten i. R. d. Arbeitsausschüsse ›Internationale Marktregulierung, Geschäftsabwicklung, Börsentechnologie, Öffentlichkeitsarbeit der Börsen sowie zur Unterstützung neu entstehender Kapitalmärkte‹ (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Wertpapierbörsen 1991, S. 86) versucht die FIBV v. a. als Mitglied der ICMG Einfluss auf die ›internationale Rechnungslegungslandschaft‹ zu nehmen. In dieser Dreiergruppe (IBA, IFAC und FIBV; vgl. zur ICMG HdR-E, Kap 1, Rn. 215) kommen der FIBV i. W. folgende Aufgabenschwerpunkte zu (entnommen aus Arbeitsgemeinschaft der deutschen Wertpapierbörsen 1991, S. 87):

- Selbstregulierung von Wertpapiermärkten;
- Regulierung und Struktur von Sekundärmärkten;
- Publizität gegenüber Anlegern;
- Abschluss bilateraler Vereinbarungen zwischen Selbstverwaltungskörperschaften.
 

Rn. 260

Stand: EL 00 – ET: 03/2004

Obwohl die Erörterung der Thematik der Abschlusspublizität die internationale Vereinigung der Börsen mit den gleichartigen Bestrebungen der internationalen Vereinigung der Börsenaufsichtsbehörden verbindet, unterscheiden sich beide Organisationen in ihrer Vorgehensweise erheblich. Die 1993 auf der Generalversammlung in Oslo präsentierte Studie ›Informational Needs of Major Institutional Investors‹ wurde von der FIBV als unmittelbare Antwort auf die IOSCO-Aktivitäten zur Entwicklung von Publizitäts-Mindeststandards für World Class Issuers konzipiert (vgl. Deutsche Börsen 1993, S. 94). Dabei ermittelte die FIBV basierend auf einem Fragebogenverfahren die von institutionellen Anlegern gewünschten UN-Informationen börsennotierter Gesellschaften. Die Studie soll den Mitgliedern der ICMG als ›Grundlage für weiterführende Erörterungen des Themas Mindestpublizitätsvorschriften‹ (Deutsche Börsen 1993, S. 96) dienen.

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