Küting/Weber, Handbuch der ... / aaa) Die Union Européenne des Experts Comptables Economiques et Financiers (UEC)
 

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Stand: EL 00 – ET: 03/2004

Die UEC wurde am 17.11.1951 in Paris gegründet und nach französischem Vereinsrecht eingetragen. Sie vertrat – insbes. nach dem Beitritt der angelsächsischen Länder – den europäischen Berufsstand. Zu den Gründungsmitgliedern zählten das IDW sowie die WPK in Berlin. Bis zur Fusion mit der Groupe d'Etudes zur FEE im Jahr 1986 hatte die UEC ihren Sitz in Paris; 1965 wurde darüber hinaus ein Generalsekretariat in München eingerichtet (vgl. ­Havermann, H. 1975, S. 6 f.). Ursprünglich bestand das wesentliche Ziel der UEC in dem Ansinnen, ›einen praktischen Beitrag zum Aufbau eines vereinten Europas zu leisten‹ (Reydel, A. 1978, S. 48). Satzungsgemäß verfolgte die UEC die Zielsetzungen

(1) des Meinungsaustauschs insbes. über Fragen der Bilanztechnik und der Bilanzprüfung;
(2) der Fortentwicklung der RL;
(3) der Überprüfung der Berufsgrundsätze in den einzelnen Mitgliedstaaten;
(4) der Förderung jedweder Aktivitäten, die zur Schaffung eines gemeinsamen Standesbewusstseins beitragen (vgl. Reydel, A. 1978, S. 48; UEC 1974, S. 75).

Der Adressatenkreis der UEC-Tätigkeit sollte dabei nicht auf den Berufsstand der Accountants begrenzt sein. Dieser war vielmehr um ›andere verwandte Berufsgruppen, wie z. B. die Finanzanalysten, sowie die Universitäten mit ihren Lehrern und Studenten, die Unternehmensleitungen, die nationalen und supranationalen Behörden und – die Gesellschaft als Ganzes‹ (Pougin, E. 1975, S. 3) erweitert worden und wies damit große Deckungsbereiche zum Adressatenkreis des damaligen IASC auf.

 

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Die Mitgliederversammlung (Assemblée des Délégués) war das oberste UEC-Organ, das u. a. veröffentlichte Empfehlungen (vgl. HdR-E, Kap 1, Rn. 223) zuvor offiziell verabschiedete. Die Assemblée des Délégués stand ein von ihr durch Wahl besetztes Exekutivkomitee (Comité Exécutif), das geschäftsführende Aufgaben wahrnahm, sowie das Generalsekretariat zur Seite. Die fachliche Arbeit wurde auch bei der UEC von (insgesamt zehn ständigen) Fachkommissionen (vgl. folgende Übersicht; Tempelaar, A. F. 1972, S. 109; Pougin, E. 1975, S. 3) für verschiedene Bereiche durchgeführt. ›Standing committees of UEC ... (were, d. Verf.) active and have established themselves as a strong international accounting force‹ (Mueller, G. G. 1979, S. 9). Die Ausrichtung regelmäßiger Kongresse (alle vier Jahre) und Arbeitstagungen (zwischen den Kongressen) sollte darüber hinaus den fachlichen Gedankenaustausch fördern (vgl. Havermann, H. 1975, S. 6 f.).

 
Kommission I: Buchprüfung (bis 1976); danach: Auditing Statements Board (ASB) der UEC
Kommission II: Grundsätze und Verfahren der Rechnungslegung
Kommission III: Unternehmensberatung
Kommission IV: Betriebs-, finanz- und sozialwirtschaftliche Forschung
Kommission V: Den Beruf interessierende Rechtsfragen
Kommission VI: Steuerwesen
Kommission VII: Lexikographie
Kommission VIII: Berufsgrundsätze
Kommission IX: Berufsausbildung und Fortbildung
Kommission X: Redaktionskomitee des Journal UEC

Übersicht: Kommissionen der UEC

Im Lauf seines Bestehens unterlagen sowohl die Satzung als auch die Organisationsstruktur der UEC einer ständigen, kritischen Überprüfung, die in Modifikationen und Anpassungen an geänderte Rahmenbedingungen ihren Niederschlag fand (vgl. Tempelaar, A. F. 1972, S. 103 ff.; Perridon, L. 1976, S. 223; Shearer, J. F. 1976, S. 210; Dober, W. 1977, S. 171) und letztlich die Verschmelzung zur FEE zur Folge hatte.

 

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Stand: EL 00 – ET: 03/2004

›Da die Sprache der Ausdruck des Geistes ist, ist es eine unabdingbare Voraussetzung für die Verständigung unter den Völkern, eine gemeinsame Sprache, nicht nur im kulturellen Bereich, sondern auch im fachlichen Bereich zu sprechen‹ (Reydel, A. 1978, S. 48). Unter diesem Aspekt ist das von der UEC herausgegebene Lexikon bes. zu würdigen. Das achtsprachige Werk ist zweigeteilt und umfasst in der zweiten Aufl. Begriffslisten sowie über 1.400 Definitionen aus dem Bereich des Rechnungswesens in acht Sprachgebieten (Französisch, Deutsch, Anglo-amerikanisch, Spanisch, Niederländisch, Portugiesisch, Italienisch und Dänisch) ergänzt um Schwedisch und Norwegisch, die nicht als eigenständiges Sprachgebiet gelten. Der Definitionsteil ist dabei den Sprachgebieten vorbehalten (vgl. UEC 1974a). Als weiteres Werk sei das ›von der Kommission ›Révision Comptable‹ erarbeitete Buch über die Prüfung des Jahresabschlusses‹ (Havermann, H. 1975, S. 7) hervorgehoben, das in der Berufspraxis hohe Beachtung gefunden hat.

 

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Stand: EL 00 – ET: 03/2004

Die UEC hat bis 1986 diverse Empfehlungen im Bereich ›Abschlussprüfung‹ sowie ›Berufsaus- und -fortbildung‹ veröffentlicht, an die sich keinerlei Bindungswirkungen knüpfen. Sie stellen vielmehr theoretische Ideallösungen des diskutierten Themenkomplexes dar und ›sind weniger Ausdruck einer tatsächlichen oder gar allgemein anerkannten Übung‹ (Havermann, H. 1975, S. 7). Die UEC-Empfehlungen sind ›nicht normativ; ihr Hauptanliegen ist lediglich, einen Lösungsweg aufzu...

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