Küting/Weber, Handbuch der ... / a) Entwicklung von Standardentwürfen
 

Rn. 479

Stand: EL 09 – ET: 12/2010

Der ›Standard Setting Process‹ verläuft von der ersten Identifizierung eines Problems bis zur endgültigen Verabschiedung eines Standards in zwei Abschnitten (vgl. Hayn, S./Zündorf, H. 1999, S. 499 f.; Sturm, M. 2000, S. 211 ff.). Der erste Abschnitt umfasst die Zeit von der Themenfindung bis zur Verabschiedung eines Entwurfs eines RL-Standards (E-DRS). In dieser Phase werden die Arbeitsgruppen, die der DSR zur Vorbereitung von neuen RL-Standards einsetzen kann, aktiv. Die interessierte Öffentlichkeit ist zu diesem Zeitpunkt nicht in den ›Standard Setting Process‹ involviert. An den Sitzungen des DSR kann indes ein Vertreter des BMJ teilnehmen, so dass dieser die Entwicklung von Standards unmittelbar verfolgen kann.

 

Rn. 480

Stand: EL 09 – ET: 12/2010

Als erstes werden durch den DSR Themen ausgewählt sowie Eckdaten festgelegt. Daraufhin entscheidet der DSR, ob und welche Arbeitsgruppen er für die Entwicklung eines Entwurfs einsetzen will (vgl. DSR 2002, § 12). Jede Arbeitsgruppe wird von einem Mitglied des DSR als Pate betreut. Zur Unterstützung der Arbeitsgruppen stellt die Geschäftsstelle einen Projektmanager zur Verfügung.

 

Rn. 481

Stand: EL 09 – ET: 12/2010

Für die Arbeitsgruppen, die der DSR zur Vorbereitung von neuen RL-Standards einsetzen kann, hat der DSR ebenfalls eine Geschäftsordnung erlassen, die zusammen mit seiner Satzung und seiner Geschäftsordnung den rechtlichen Rahmen für das Handeln der Arbeitsgruppen vorgibt (vgl. § 4 Nr. 1 der Geschäftsordnung der Arbeitsgruppen). Um ein einheitliches Vorgehen bei der Erstellung von Arbeitspapieren der verschiedenen Arbeitsgruppen sicherzustellen, hat der DSR zudem eine R erlassen, in der die Ziele und die Gestaltung der Arbeitspapiere der Arbeitsgruppen festgelegt sind (vgl. Anlage 1 zur Geschäftsordnung der Arbeitsgruppen). Ebenfalls in der R festgelegt sind die drei Stufen, in denen ein Standardentwurf entsteht:

(1) Erarbeitung eines Hintergrundpapiers als Ausgangspunkt der Diskussion in der Arbeitsgruppe,
(2) Erstellung eines ›Point Outline‹, das die RL-Grundsätze inkl. Begründung enthält, die in den Standardentwurf eingehen sollen, und einen Vergleich sowohl mit dem geltenden deutschen Recht als auch mit anderen DRS und den internationalen Regeln umfasst sowie
(3) Entwicklung des Standardentwurfs auf Basis des ›Point Outline‹ (vgl. Anlage 1 zur Geschäftsordnung der Arbeitsgruppen).
 

Rn. 482

Stand: EL 09 – ET: 12/2010

Die Arbeitsgruppen bestehen so lange, bis sie ihre vom DSR erteilte Aufgabe erfüllt haben oder der DSR ihre Einstellung beschließt (vgl. DSR 2002, § 12).

 

Rn. 483

Stand: EL 09 – ET: 12/2010

Aufgrund der IAS-Verordnung, nach der kapitalmarktorientierte UN einen Abschluss nach den IFRS aufstellen, haben die DRS an Bedeutung verloren. Hinzu kommt, dass auch nicht kapitalmarktorientierte UN ihren Abschluss gem. § 315a Abs. 3 nach internationalen Normen aufstellen dürfen. Von UN, die ihren JA nach internationalen Regelungen aufstellen, sind die DRS lediglich insoweit zu beachten, wie sie deutsche Spezifika betreffen. Dies betrifft i. W. die Regelungen zum Lagebericht (DRS 5 und 15). In Gänze sind die DRS somit von jenen UN anzuwenden, die weiterhin ihren KA nach den Vorgaben des HGB aufstellen (vgl. Coenenberg, A. G./Haller, A./Schultze, W. 2009, S. 47).

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