Küting/Weber, Handbuch der ... / a) Aufbau der Taxonomie
 

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Stand: EL 15 – ET: 11/2012

Der zu übermittelnde Datensatz besteht aus zwei Grundelementen, deren Übermittlung für alle UN verpflichtend ist. Das Stammdaten-Modul, welches in der Taxonomie als GCD-Modul (Global Common Data/Document) bezeichnet wird, setzt sich (in der Taxonomie-Version 5.1) aus 56 verpflichtend zu übermittelnden Elementen mit Informationen über den Bericht (z. B. Berichtsperiode, Berichtsbestandteile und Bilanzierungsstandard) sowie das berichtende UN (z. B. Rechtsform, Firmensitz und Steuernummer) zusammen. Das JA-Modul, welches als GAAP-Modul ((German) Generally Accepted Accounting Principles) Bezeichnung findet, bildet die Pflichtbestandteile, wie z. B. die Bilanz, die GuV und ggf. die Überleitungsrechnung, sowie die freiwillig zu übermittelnden Bestandteile, wie Anh. und den darin befindlichen Anlagespiegel, ab. Das JA-Modul fungiert somit als eigentliches Kernelement der Übermittlung nach § 5b EStG, da hierin die Inhalte der nach § 5b EStG zu übermittelnden Bilanz und GuV definiert werden.

Die beiden Module stehen in einer gewissen Beziehung zueinander, denn die Angaben im GCD-Modul wirken sich auf den Umfang der zu übermittelnden Bestandteile des GAAP-Moduls aus. Bei Einreichung eines endgültigen (Fertigstellungsstatus des Berichts: "endgültig") JA (Bilanzart: "Jahresabschluss") müssen als Berichtsbestandteile mind. die Ausprägungen "Bilanz" sowie "Gewinn- und Verlustrechnung" im GCD-Modul ausgewählt werden und im GAAP-Modul enthalten sein. Ob im GAAP-Modul die beiden Berichtsbestandteile tatsächlich angesprochen sind, wird durch die Prüfung "Summe Aktiva", "Summe Passiva" und "Jahresüberschuss lt. GuV" ungleich "leer" sichergestellt (vgl. Technischer Leitfaden zur Verwendung der HGB-Taxonomie 5.1, Tz. 12.9, S. 32). Wird zudem im GCD-Modul die Angabe "Bilanz enthält Ausweis des Bilanzgewinns" bejaht, ist zusätzlich der Berichtsbestandteil "Ergebnisverwendung" zu übermitteln (vgl. Technischer Leitfaden zur Verwendung der HGB-Taxonomie 5.1, Tz. 12.4.2, S. 20). Bei Auswahl des Bilanzierungsstandards "deutsches Handelsrecht" wird darüber hinaus der Berichtsbestandteil "steuerliche Überleitungsrechnung" erwartet, um die Ansätze und Beträge der HB den stl. Vorschriften entspr. anzupassen (vgl. Technischer Leitfaden zur Verwendung der HGB-Taxonomie 5.1, Tz. 12.10, S. 47f.). Auch die Rechtsform des UN wirkt sich auf den Umfang der zu übermittelnden Berichtsbestandteile aus. So müssen Einzel-UN und PersG zusätzlich zur Bilanz und GuV den Berichtsbestandteil "steuerliche Gewinnermittlung" übermitteln, welcher die außerbilanziellen Korrekturen beinhaltet. Neben Elementen, bei denen ein Freitext eingegeben werden kann, wie z. B. der Name des UN, enthält das GCD-Modul zudem Elemente mit definierten Auswahlwerten – sog. Tupel –, wobei grds. zwischen der Einfach- und der Mehrfachauswahl unterschieden wird. Während bei Elementen mit Einfachauswahl genau ein vorgegebener Auswahlwert angegeben werden muss, wie bspw. Rechtsform des UN, Bilanzierungsstandard oder Fertigstellungsstatus des Berichts, können bei Elementen mit Mehrfachauswahl beliebig viele Werte, jedoch zwingend mindestens ein Wert ausgewählt werden. Das Element "Berichtsbestandteile" lässt bspw. eine solche Mehrfachauswahl zu (vgl. Technischer Leitfaden zur Verwendung der Taxonomie 5.1, Tz. 6, S. 6).

 

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Stand: EL 15 – ET: 11/2012

Das Stammdaten-Modul besteht zwar aus insgesamt über 450 Elementen, jedoch werden die verfügbaren Auswahlmöglichkeiten für stl. Zwecke erheblich eingeschränkt. So ­stehen bspw. für die Angabe zum Bilanzierungsstandard 12 Möglichkeiten zur Disposition; für die stl. Deklaration sind jedoch nur drei Auswahlelemente zulässig. Dies sind "deutsches Handelsrecht", "deutsches Handelsrecht (sog. Einheitsbilanz)" oder "deutsches Steuerrecht". Des Weiteren ist hinsichtlich des Konsolidierungsumfangs ausschließlich das Auswahlelement "nicht konsolidiert/Einzelabschluss" zulässig, obwohl das Stammdaten-Modul insgesamt acht Auswahlmöglichkeiten beinhaltet. Ferner ist bei bestimmten Elementen die Angabe eines NIL-Werts untersagt. Bspw. muss die Angabe "Bilanz enthält Ausweis des Bilanzgewinns" eindeutig entweder mit "ja" oder "nein" beantwortet werden. Auch der Bilanzierungsstandard, der Name des UN sowie die Angaben zum BilSt dürfen nicht mit einem NIL-Wert übermittelt werden (zu den GCD-Angaben im Einzelnen, vgl. Technischer Leitfaden zur Verwendung der Taxonomie 5.1, Tz. 12.9, S. 31f.). Die Vielzahl der nicht benötigten Angaben im GCD-Modul wurde im Rahmen der Verbandsanhörung kritisiert. Vor dem Hintergrund der Verständlichkeit und der Praktikabilität der Taxonomie fordern die Verbände daher die Streichung der nicht benötigten Elemente (vgl. Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft 2010a, Anlage S. 20). Dem ist zu entgegnen, dass die Finanzverwaltung für die stl. Deklaration eine Taxonomie nutzt, die grds. für die allg. Finanzberichterstattung Gültigkeit besitzt und damit die Anforderungen unterschiedlicher Adressate...

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