Küting/Weber, Handbuch der ... / 9. Steuerrechtliche Abschreibungen (§ 254 HGB a. F.)
 

Rn. 185

Stand: EL 04 – ET: 11/2009

Nach altem Recht war es möglich, Abschreibungen auch dann vorzunehmen, wenn sie nicht durch die Vorschriften des § 253 vorgegeben, sondern lediglich Gegenstand des StR waren. Die in § 254 a. F. enthaltene Öffnungsklausel sollte die Aufstellung einer Einheitsbilanz, also einer einheitlichen Bewertung i. R. d. handelsrechtl. Bilanzaufstellung und der steuerlichen Gewinnermittlung, ermöglichen. Jedoch wurden hierdurch erhebliche Verzerrungen in der Darstellung der VFE-Lage hervorgerufen (vgl. hierzu auch Herzig, HdR-E, Kap 3, Rn. 81). Diese Wirkung war über die Jahre steter Kritik ausgesetzt (vgl. bspw. Arbeitskreis Bilanzrecht der Hochschullehrer Rechtswissenschaft (2008), S. 1057 ff.) und wurde nun ebenso wie die Verankerung der umgekehrten Maßgeblichkeit im StR durch das ­BilMoG aufgehoben.

Die Streichung des § 254 a. F. wird zu einem weiteren Auseinanderklaffen von HB und SB führen. Diese Entwicklung ist der Stärkung der Informationsfunktion des handelsrechtl. JA geschuldet, indem "steuerliche Deformationen der Handelsbilanz" (Lorson, P. 2009, S. 23) beseitigt werden. Darüber hinaus wird die internationale Akzeptanz der nach handelsrechtl. Vorschriften aufgestellten Bilanz gefördert.

 

Rn. 186

Stand: EL 04 – ET: 11/2009

§ 254 in der bis zum 28.05.2009 gültigen Fassung ist gem. Art. 66 Abs. 5 EGHGB letztmalig auf JA und KA für vor dem 01.01.2010 beginnende GJ anzuwenden. Für Sachverhalte, die bereits zu den angesprochenen Abschreibungen in früheren GJ geführt haben, besteht gem. Art. 67 Abs. 4 S. 1 EGHGB ein sog. Beibehaltungswahlrecht. Dieses gilt allerdings auch hier nicht für Abschreibungen, die im letzten vor dem 01.01.2010 beginnenden GJ erfolgten.

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