Küting/Weber, Handbuch der ... / 7. Ausblick
 

Rn. 495

Stand: EL 09 – ET: 12/2010

Die Gründung des DRSC im Jahr 1998 erfolgte zu einer Zeit, zu der die deutschen global tätigen UN auf den Kap.-Marktdruck einer transparenten RL mit dem Wechsel ihrer Bilanzierung vom HGB zu IFRS bzw. US-GAAP reagierten. Das vorrangige Ziel in der Gründungsphase des DRSC war es daher, die Aussagekraft deutscher KA durch Formulierung von DRS zu verbessern. Seit seinem Bestehen hat der Standardisierungsrat bereits mehr als 20 Standards und Standardentwürfe veröffentlicht. Dadurch gelang es nicht nur, mit der deutschen Bilanzierung den Anforderungen des Kap.-Markts zu entsprechen, sondern in den internationalen Gremien den notwendigen Anschluss zu gewinnen. Die Arbeit des DRSC wird von der Öffentlichkeit positiv gewertet. Vor allem die Beratung des BMJ bei der Fortentwicklung der RL sowie die Interpretation internationaler RL-Normen vor dem Hintergrund nationaler Besonderheiten wird dabei als besonders wichtig erachtet (vgl. Pellens, B./Crasselt, N./Kemper, T. 2009, S. 246).

 

Rn. 496

Stand: EL 09 – ET: 12/2010

In der Zukunft wird es darum gehen, die internationale Kooperation vorrangig mit dem IASB, zusätzlich aber auch mit der EFRAG, weiter zu intensivieren. Die Geschwindigkeit, mit der sich die RL fortentwickeln wird, wird vom IASB bestimmt. Der DSR hat sich darauf einzustellen die nationalen Auffassungen von einer Fortentwicklung der RL in die internationale Diskussion einzubringen. Die deutschen Vertreter in internationalen Gremien finden im DSR künftig den Partner, den sie benötigen, um ihre Fragen an das deutsche Fachpublikum richten zu können. Der DSR hat zu koordinieren, dass Deutschland in allen wichtigen Gremien eine gleich gerichtete Position vertritt. Auf diese Weise sollte es gelingen, einen der deutschen Volkswirtschaft entspr. Stellenwert in den internationalen Auseinandersetzungen um den richtigen Weg bei der Fortentwicklung der RL zu erhalten.

 

Rn. 497

Stand: EL 09 – ET: 12/2010

Die IFRS haben sich – nicht zuletzt aufgrund der Entscheidung der SEC aus dem Dezember 2007, die IFRS als Grundlage für eine Börsennotierung von Nicht-US-Emittenten anzuerkennen – zum globalen RL-Standard entwickelt. Künftig werden also Interessenvertreter von mehr als 110 IFRS-Anwender Staaten versuchen, ihre Interessen bei der Weiterentwicklung der IFRS einzubringen. Die seit Mitte 2007 bis heute andauernde Finanzmarktkrise hat gezeigt, dass diese Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Im Gegenteil, es wurden nicht zuletzt auf Druck von Interessenvertretern intransparente Vorschriften mit Regelungslücken geschaffen, die der umfassenden Weiterentwicklung bedürfen. Um die deutschen und europäischen Interessen in diesem Konzert zu wahren, ist es wichtig, dass die europäischen Staaten ihre Interessen bündeln.

 

Rn. 498

Stand: EL 09 – ET: 12/2010

Das DRSC hat am 28.06.2010 den am 03.09.1998 abgeschlossenen Standardisierungsvertrag mit dem BMJ mit Wirkung zum 31.12.2010 gekündigt (vgl. DRSC 2010). Als wesentliche Gründe für die Kündigung werden vom DRSC Probleme bei der dauerhaften Finanzierung des Vereins sowie die unzureichende Zahl von Mitgliedern und Unterstützern genannt. Durch die Kündigung gehen die Aufgaben des DRSC nach § 342 zum 01.01.2011 wieder auf das BMJ über. Die Standardsetzung ist in Deutschland folglich neu zu konzipieren. Es ist zu hoffen, dass die Finanzierungsprobleme des DRSC gelöst werden, denn für die Vertretung Deutschlands in rechnungslegungsrelevanten Fragestellungen beim IASB und auch auf politischer Ebene bedarf es eines fachlich hoch qualifizierten durchsetzungsfähigen deutschen Gremiums. Zwar sind die Strukturen des DRSC neu zu überdenken und zu reformieren, doch sollte auch künftig die bewährte Arbeitsweise des DRSC, nämlich die Zusammenarbeit von Nutzern, Erstellern, Prüfern und Regulierern beibehalten werden, um der deutschen Stimme beim IASB ein adäquates Gewicht zu verleihen. Das DRSC hat hierzu in der Vergangenheit einen geeigneten Rahmen gegeben (so auch Fülbier, R. U./Gassen, J./Sellhorn, T. 2010, S. 4 ff.). Nicht zuletzt durch diese bewährte Struktur und Arbeitsweise könnte auch künftig verhindert werden, dass Partikularinteressen über eine fundierte und fachlich ausgewogene Meinung gestellt werden.

 

Rn. 499-502

Stand: EL 09 – ET: 12/2010

vorläufig frei

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Küting, Handbuch der Rechnungslegung - Einzelabschluss (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Küting, Handbuch der Rechnungslegung - Einzelabschluss (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge