Küting/Weber, Handbuch der ... / 4. Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung
 

Rn. 267

Stand: EL 16 – ET: 05/2013

Die GuV darf verkürzt in folgenden acht Posten dargestellt werden (vgl. § 275 Abs. 5):

1. Umsatzerlöse,
2. sonstige Erträge,
3. Materialaufwand,
4. Personalaufwand,
5. Abschreibungen,
6. sonstige Aufwendungen,
7. Steuern sowie
8. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag.

Nach § 158 Abs. 3 AktG sind AG oder KGaA – analog zur Bilanz – von den spezifischen Vorschriften nach § 158 Abs. 1 und 2 AktG befreit, sofern die dargestellte GuV verwendet wird.

Im Vergleich zum RefE wurde die Terminologie der Nr. 1 und Nr. 8 des § 275 Abs. 5 an die handelsrechtl. angepasst (vgl. Küting, K./Eichenlaub, R./Strauß, M. 2012, S. 1672). Darüber hinaus wurde klargestellt, welchen Posten insb. Bestandsveränderungen, aktivierte Eigenleistungen, sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen, außerordentliche Erträge/Aufwendungen sowie finanzielle Erträge/Aufwendungen zuzuordnen sind. Diese werden dem "Sammelposten" der sonstigen Erträge bzw. der sonstigen Aufwendungen subsumiert. Inwieweit daraus eine Erleichterung für die UN resultiert, ist zweifelhaft, zumal in (Sonder-)Fällen, in denen durch die kumulierte Darstellung kein zutreffendes Bild der VFE-Lage vermittelt wird (bspw. wenn das Finanzergebnis einen nennenswerten Einfluss auf den Jahresüberschuss/-fehlbetrag hat, wie dies bei Finanzholding-UN regelmäßig der Fall ist), (weitere) zusätzliche Angaben unter der Bilanz (prinzipiell) zu machen sind (vgl. § 264 Abs. 2 Satz 2 bis 4; BT-Drucks. 17/11292, S. 18.).

 

Rn. 268

Stand: EL 16 – ET: 05/2013

Gegenüber der grds. geltenden Systematik, dürfen Kleinstkapitalgesellschaften die Erleichterungen gem. § 276 Satz 1 bis 2 für kleine (und mittelgroße) KapG im Rahmen der verkürzten GuV nicht zusätzlich in Anspruch nehmen (vgl. § 276 Satz 3). Allerdings können die Kleinst-KapG die Vereinfachungen des § 276 Satz 1 bis 2 anstatt die des § 275 Abs. 5 anwenden, sodass insbes. die Umsatzerlöse nicht einzeln ausgewiesen werden müssen (zu den "erheblichen Einschränkungen der Aussagefähigkeit" der GuV aufgrund des § 276 Satz 1 vgl. Budde, HdR-E, § 276, Rn. 6).

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